Freitag, 13. Dezember 2019

VW-Chef zu Elektroauto-Plänen Winterkorn: "Begrüße das Engagement von Apple, Google und Co."

Winterkorn: Wenn Apple und Google "vorhaben, Elektrofahrzeuge zu bauen, kann das schnell gehen"

VW-Chef Martin Winterkorn zeigt sich zuversichtlich: Apple und Google könnten zur Akzeptanz des Autos unter jungen Menschen beitragen. "Ich bin überzeugt: Die Generation der iPhone-Begeisterten wird sich für die richtigen Automobile aus dem richtigen Haus entscheiden", sagt Winterkorn. Meint er damit VW?

Genf - Im Kampf um die Vorherrschaft im Automobilgeschäft nimmt Volkswagen Börsen-Chart zeigen die Herausforderung von Apple Börsen-Chart zeigen und Google Börsen-Chart zeigen an. "Auch wenn es Sie vielleicht überrascht: Ich begrüße ausdrücklich das Engagement von Apple, Google und Co. beim Thema Automobil", sagte Vorstandschef Martin Winterkorn am Vorabend des Genfer Autosalons. Das Engagement der US-Technologie-Giganten werde dazu beitragen, dass das Auto wieder stärker von jungen Menschen akzeptiert werde. "Und ich bin überzeugt: Die Generation der iPhone-Begeisterten wird sich dann für die richtigen Automobile aus dem richtigen Haus entscheiden."

Winterkorn verwies auf die hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung bei VW von 11,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Der Wolfsburger Konzern beschäftige mehr als 46.000 Forscher und Entwickler und mehr als 10.000 IT-Experten. Mit diesem Potenzial sehe er VW in der Lage, die Vernetzung von Autos und das autonome Fahren voranzutreiben.

Gefragt, wann er mit Autos von Apple und Google rechne, sagte Winterkorn: "Wenn die beiden vorhaben, Elektrofahrzeuge zu bauen, kann das schnell gehen." Zuletzt hatten sich Hinweise verdichtet, dass Apple an der Entwicklung eines Elektroautos arbeitet.

Solche Pläne großer IT-Konzerne setzen die traditionellen Autobauer gehörig unter Druck. Denn der Elektro-Antrieb und die Vernetzung der Fahrzeuge gelten als Zukunftsgeschäft in der Branche. Experten sehen die Gefahr, dass die etablierten Auto-Hersteller an Boden verlieren und zu Zulieferern werden. Da die Software durch die zunehmende Vernetzung immer wichtiger wird und diese vor allem von Technologiefirmen kommt, könnten die Autobauer zu Lieferanten für die Hardware degradiert werden, also von Karosserien und Fahrgestellen.

Experten erwarten, dass sich die Geschäftsmodelle der Autobauer in den nächsten Jahren verändern werden. Bereits jetzt ist der Besitz eines eigenen Autos für viele Menschen in Großstädten nicht mehr so wichtig. Sie nutzen lieber Carsharing-Angebote oder mieten sich einen Wagen für kurze Zeit. Darauf stellen sich Daimler Börsen-Chart zeigen und BMW Börsen-Chart zeigen bereits ein, indem sie solche Dienste ebenfalls anbieten.

Im Januar und Februar steigerte Volkswagen den Absatz weiter. In den beiden Monaten habe der Konzern weltweit erstmals mehr als 1,5 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert, sagte Winterkorn. Mit Blick auf die vorsichtige Prognose für das laufende Jahr, fügte er hinzu, VW wolle die Bodenhaftung nicht verlieren. "Denn es wäre fahrlässig, den Blick zu verschließen vor den vielen weltpolitischen und gesamtwirtschaftlichen Brandherden, mit denen unsere Branche konfrontiert ist."

Volkswagen hatte am Freitag einen Rekordgewinn für das abgelaufene Geschäftsjahr bekanntgegeben, sich aber zurückhaltend über die Entwicklung in 2015 geäußert. Das hatte manchen Börsianer zunächst enttäuscht.

ts/rtr

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