Sonntag, 17. November 2019

Milliarden-Rückstellung ist erst der Anfang Auf diesen 7 Baustellen bleibt VW noch viel Arbeit

VW-Logo: Milliardenrückstellung für den Abgasskandal als erster Schritt zur Krisenbewältigung

Konzernweite Erleichterung trotz eines Milliardenverlustes - das ist im Wirtschaftsleben eher selten. Doch beim Volkswagen-Konzern Börsen-Chart zeigen ist diese Konstellation gerade eingetreten: Insgesamt 16,2 Milliarden Euro stellt Europas größter Autohersteller nun für das vergangene Jahr zurück und weist deshalb für 2015 einen Betriebsverlust von 4,1 Milliarden aus.

Das viele Geld auf der hohen Kante benötigt Volkswagen, um die Lasten des hauseigenen Abgasskandals zu schultern - vor allem in den USA: Denn dort hat sich VW nun nach monatelangen Verhandlungen mit US-Behörden am Donnerstag auf die Grundzüge eines Entschädigungs- und Rückrufplans geeinigt. Berichten zufolge wird dieser neben Rückkäufen von Fahrzeugen auch signifikante Entschädigungen für Autobesitzer und Reparaturen umfassen

Die Details und Summen für den Plan stellt Volkswagen Mitte Juni vor - doch schon jetzt fällt vielen VW-Managern ein Mühlstein vom Hals. Denn der Konzern hat mit den strengen US-Behörden monatelang über eine Lösung verhandelt. Nun, so suggeriert die Milliarden-Rückstellung, lassen sich die Kosten für den Abgasskandal bereits einigermaßen beziffern und sogar verkraften. Über 16 Milliarden Euro sind zwar viel Geld - doch sie kosten VW nicht die Existenz.

Die Zuversicht, die Krise letztlich zu bewältigen, zeigt sich auch daran, dass der Konzern für 2015 sogar eine Mini-Dividende zahlt - und dass die VW-Topmanager äußerst selbstbewusst an ihren Boni-Forderungen festhalten . Die Vorzugsaktie von VW drehte am Freitag Nachmittag sogar kurzzeitig ins Plus.

Doch ganz so einfach ist es nicht. Die Einigung in den USA ist nur ein erster, wenn auch wichtiger Schritt zur Lösung der Abgaskrise, die den Konzern seit Monaten lähmt. Noch immer sind bei den Wolfsburgern viele teure Fragen ungeklärt und zahlreiche Flanken offen. Die folgenden Probleme muss VW in den kommenden Monaten lösen:

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