Elektrokomponenten für indischen Autobauer VW erwägt strategische Allianz mit Mahindra

Volkswagen und Mahindra vertiefen ihre Partnerschaft. VW will dem indischen Autobauer im großen Stil Elektroautoteile liefern. Zugleich loten die Unternehmen die Möglichkeit einer strategischen E-Auto-Allianz aus.
Mit Mahindra könnte VW in Indien Fuß fassen: Der indische Automarkt ist mit rund 3 Millionen Neuzulassungen jährlich einer der fünf größten Automobilmärkte der Welt

Mit Mahindra könnte VW in Indien Fuß fassen: Der indische Automarkt ist mit rund 3 Millionen Neuzulassungen jährlich einer der fünf größten Automobilmärkte der Welt

Foto: Danish Siddiqui / REUTERS

Volkswagen kommt bei der Zusammenarbeit mit dem indischen Autobauer Mahindra schneller voran als gedacht. Wenige Monate nach dem Vorvertrag über die Lieferung von Komponenten der von den Wolfsburgern entwickelten Plattform-Technik für Elektroautos sprechen die Partner bereits über eine Vertiefung der Partnerschaft.

Demnach werden nun auch Möglichkeiten der Zusammenarbeit bis hin zu einer strategischen Allianz ausgelotet, wie die beiden Unternehmen am Montag mitteilten. Im Rahmen des Lieferabkommens werde ein Volumen von mehr als einer Million Einheiten über die Laufzeit einer Fahrzeuggeneration und die Belieferung von insgesamt fünf elektrischen SUV-Modellen mit MEB-Komponenten angestrebt. In der Spitze will Mahindra pro Jahr 300.000 Elektroautos mit Volkswagen-Teilen ausstatten. Ein verbindlicher Liefervertrag soll bis Ende des Jahres stehen.

Die beiden Unternehmen prüfen weiter, ob sie auch auf anderen Feldern zusammenarbeiten – darunter zusätzliche Fahrzeugprojekte oder auch die Batteriezellproduktion in Indien. Die Zellen würde Volkswagens Technikvorstand Thomas Schmall allerdings von Partnern bauen lassen. Er will zusätzlich zu sechs Werken in Europa bereits mindestens eine Fabrik in Nordamerika bauen.

Volkswagen setzt seine MEB-Plattform (Modularer E-Antriebs-Baukasten) in vielen vollelektrischen Konzernmodellen ein, vermarktet die technische Grundlage der Autos aber auch an andere Autobauer. Ford zum Beispiel will auf MEB-Basis mindestens zwei Modelle bauen.

"Die Partnerschaft zeigt, dass unser Plattformgeschäft voll wettbewerbsfähig und der MEB auf dem Weg zu einer der führenden offenen Plattformen für die E-Mobilität ist", sagte Schmall. Gemeinsam könnten Volkswagen und Mahindra maßgeblich zur Elektrifizierung Indiens beitragen, einem riesigen Automobilmarkt mit ambitionierten Klimaschutzzielen.

Der indische Automarkt ist mit rund drei Millionen Neuzulassungen jährlich einer der fünf größten Automobilmärkte der Welt. Mahindra erwartet für 2030 einen Elektroanteil in Indien von 50 Prozent. Die Verkaufszahlen dort könnten dann auf bis zu 4 Millionen Autos steigen. Dem größten Automarkt der Welt in China hinkt das Land aber deutlich hinterher. Der Markt in Indien gilt als wettbewerbsintensiv und indische Autokäufer als sehr preissensibel.

Verschiedene Versuche von VW, im Land mit günstigen Autos Fuß zu fassen, schlugen bis dato fehl. Seit geraumer Zeit hat die tschechische Tochter Skoda die operative Aufsicht über die Geschäfte im Land. VW verspricht sich viel von den künftigen Wachstumsaussichten in dem Land mit rund 1,4 Milliarden Einwohnern – auch bei Elektroautos.

dri/dpa-afxp, Reuters
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