Sonntag, 16. Juni 2019

VW-Betriebsrat und VW-Markenchef VW-Umbau - Osterloh und Diess finden tatsächlich eine Gemeinsamkeit

"Gravierende Vertrauensprobleme": Davon sprach im April noch der VW-Konzernbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh (r.) und warf VW-Markenchef Herbert Diess (l) vor, Arbeitnehmer und Teile des Managements nicht in seine Umbaupläne mit einzubeziehen

Der VW-Betriebsrat und das Management wollen den Umbau der schwächelnden Hauptmarke VW gemeinsam vorantreiben. Beide Seiten hätten "ein gemeinsames Verständnis über die Ausgangssituation und die Herausforderungen" durch den Dieselskandal entwickelt, teilten Markenvorstand und Betriebsrat am Dienstag im Anschluss an eine Betriebsversammlung in Wolfsburg mit.

Personalvorstand Karlheinz Blessing betonte demnach vor mehr als 20.000 versammelten Beschäftigten, die Ergebnisse der Marke VW reichten für die Bewältigung der anstehenden Aufgaben nicht aus. "Wir müssen Produktivität und Profitabilität steigern und Kosten senken."

Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte, eine auskömmliche Rendite sei unerlässlich, damit VW den Wandel bewältigen könne. Bei den Verhandlungen über einen Zukunftspakt werde der Betriebsrat darauf achten, dass der Umbau nicht zulasten der Beschäftigten gehe.

VW-Markenchef Diess: Noch haben wir unsere Zukunft selbst in der Hand

Anfang April hatte Osterloh VW-Markenchef Herbert Diess vorgeworfen, die Arbeitnehmer sowie Teile des Managements nicht frühzeitig in seine Pläne einzubeziehen und von einem "gravierenden Vertrauensproblem" gesprochen.

Die Arbeitnehmer befürchten, dass durch den Umbau massenweise Stellen wegfallen. VW hält dagegen, durch die Elektromobilität und Digitalisierung entstünden an anderer Stelle neue Arbeitsplätze. Im Zuge des geplanten Zukunftspakts fordern die Arbeitnehmer Zusagen des Managements zur Auslastung der Werke sowie zur Beschäftigungssicherung.

Der ehemaligen BMW-Manager Diess erklärte anlässlich der Betriebsversammlung, VW dürfe keine Zeit verlieren. "Denn die Veränderungen in unserer Branche kommen jetzt schnell - und sie sind von großer Tragweite". Noch habe Volkswagen seine Zukunft selbst in der Hand.

Wie es tatsächlich um das Verhältnis von Diess und Osterloh steht, finden Sie in der Juni-Ausgabe manager magazins.

rei/dpa/Reuters

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