Teilemangel VW-Tochter Skoda produziert ein Fünftel Autos weniger

Wegen der Chipkrise wird die tschechische VW-Tochter Skoda im laufenden Jahr eine Viertelmillion Autos weniger produzieren. Das ist mehr als ein Fünftel der Vorjahresproduktion.
Noch einmal Hand anlegen: Die Skoda-Produktion im tschechischen Stammwerk Mladá Boleslav

Noch einmal Hand anlegen: Die Skoda-Produktion im tschechischen Stammwerk Mladá Boleslav

Foto: ŠKODA Auto

Kaum eine Woche vergeht, in der nicht ein Unternehmen über Produktionsprobleme klagt - sei es durch gestörte Lieferketten oder wegen mangelnder Mikrochips. Zuletzt ließ Apple mit der Nachricht aufhorchen, dass der Konzern die Produktion seiner neuen Top-Smartphones empfindlich zurückfahren muss. Apple wird es verkraften, Analysten rechnen trotz der Imponderabilitäten mit einem Rekordumsatz für das letzte Jahresviertel.

Ganz anders die Autoindustrie, der wegen Produktionsausfällen im laufenden Jahr rund 180 Milliarden Euro Umsatz fehlen dürften, wie Experten schätzen. Die parallel anziehenden Preise für Neu- und Gebrauchtwagen dürften das kaum wettmachen. So hat Volkswagen in seinem Stammwerk Wolfsburg die Kurzarbeit bis Mitte Oktober deutlich ausweiten müssen, Opel wiederum kündigte an, die Bänder im thüringischen Eisenach bis Ende des Jahres komplett abzuschalten. Audi muss wegen Halbleitermangels in Ingolstadt und Neckarsulm die Kurzarbeit  bis Ende dieser Woche verlängern.

Nun bekommt mit Skoda eine weitere Volkswagen-Tochter Probleme, muss die Produktion "bis voraussichtlich Ende des Jahres deutlich einschränken, eventuell sogar vollständig stoppen", berichtet die "Automobilwoche" . Die meisten Schichten des in Tschechien produzierenden Autobauers seien gestrichen worden.

Erstmals nennt die VW-Tochter dem Bericht zufolge auch Zahlen, wie sehr die Chipkrise den Autobauer belastet: Insgesamt werde Skoda im laufenden Jahr 250.000 Autos weniger produzieren, zitiert die Zeitschrift Skoda-Betriebsratschef Jaroslav Povsik. Im vergangenen Jahr hatte Skoda 1,15 Millionen Autos gebaut.

Die Produktionsausfälle könnten den tschechischen Automobilsektor umgerechnet rund 7,9 Milliarden Euro Umsatz kosten. Dabei gilt die Automobilindustrie mit rund 180.000 Beschäftigen als einer der wichtigsten Arbeitgeber in dem Land mit insgesamt rund 5,2 Millionen Erwerbstätigen . Der Sektor steht für rund ein Viertel der Industrieproduktion.

Mit einer Entspannung rechne Skoda vorerst nicht. "Wir gehen davon aus, dass die Liefersituation von Halbleitern in der zweiten Jahreshälfte des Jahres 2022 wieder stabilisieren wird", zitiert die "Automobilwoche" einen Sprecher.

rei
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