VW-Abgasskandal +++ Winterkorn in Not "Wenn Winterkorn an den Themen beteiligt ist, wird er von alleine zurücktreten"

Von mm-newsdesk
Will als Mitglied des VW-Aufsichtsrats auf schnelle Aufklärung dringen: VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh

Will als Mitglied des VW-Aufsichtsrats auf schnelle Aufklärung dringen: VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh

Foto: dpa Picture-Alliance / Sebastian Kahnert/ picture alliance / dpa

21.55 Uhr: In der Affäre um Abgasmanipulationen des Autobauers Volkswagen hat das US-Justizministerium einem Agenturbericht zufolge strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet. Das berichtete am Montag die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen in den USA. VW drohen in den USA bereits Milliarden-Strafzahlungen, weil es bei Diesel-Fahrzeugen Software zur Manipulation von Abgasnormen eingebaut hatte. Durch die strafrechtlichen Ermittlungen könnte sich der Schaden nun noch erheblich ausweiten.

20.12 Uhr: Das Präsidium des VW-Aufsichtsrats trifft sich nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch, um über die Konsequenzen aus dem Skandal zu beraten. Mitglieder des Präsidiums sind Ex-IG-Metall-Chef Berthold Huber, Wolfgang Porsche als Vertreter der Hauptaktionäre, Betriebsratschef Bernd Osterloh, dessen Vize Stephan Wolf sowie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Ursprünglich war die nächste Sitzung des gesamten Aufsichtsrats für Freitag angesetzt, unter anderem, um dann den Vertrag von Vorstandschef Martin Winterkorn zu verlängern. Dessen Verantwortung für das Diesel-Debakel ist bislang unklar. Als bester kurzfristig verfügbarer Ersatz für Winterkorn an der Vorstandsspitze galt bislang Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch. Der aber soll neuer Aufsichtsratschef werden.

19.05 Uhr: Nach dem Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen in den USA lässt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sämtliche VW-Diesel-Modelle auf dem deutschen Markt überprüfen. Er habe "das Kraftfahrtbundesamt angewiesen, bei den VW-Diesel-Modellen jetzt umgehend strenge spezifische Nachprüfungen zu veranlassen", sagte Dobrindt der "Bild"-Zeitung (Dienstagausgabe). Die Prüfungen sollten von unabhängigen Gutachtern vorgenommen werden.

18.30 Uhr: Verkehrsminister Alexander Dobrindt will Regierungskreisen zufolge am Montag mit VW-Chef Martin Winterkorn über die Affäre sprechen. Details wurden nicht bekannt. Einige Analysten sowie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordern bereits einen Neuanfang an der Konzernspitze. Der Aufsichtsratssitzung von VW am Freitag kommt daher eine besondere Bedeutung zu: Winterkorns Vertrag soll eigentlich auf der Aufsichtsratssitzung vorzeitig um zwei Jahre bis Ende 2018 verlängert werden. Denn der 68-Jährige soll den von ihm angestoßenen Konzernumbau begleiten.

17.32 Uhr: Dass VW Abgaswerte in den USA manipuliert hat, überrasche ihn nicht, sagt Axel Friedrich im Interview mit mm-online. Friedrich ist ehemaliger Abteilungsleiter "Umwelt und Verkehr" beim Umweltbundesamt. Ähnlich äußert sich der ADAC. Dem Automobilclub fallen nach eigenen Angaben schon seit Jahren Abweichungen bei Abgastests auch in Deutschland auf. Seit 2003 überprüfe der Club jährlich 150 Autos auf das CO2 sowie die Schadstoffe, die sie abgeben. "Das sagen wir seit Jahren, dass die Herstellerwerte nicht stimmen." Es liege daran, dass der ADAC bei den Abgas- und Verbrauchsmessungen strengere Maßstäbe anlege. "Da wird nicht betrogen aus unserer Sicht. Der legale Rahmen in Deutschland ist einfach zu lasch."

17.20 Uhr: Der Absturz der VW-Aktie hat ein Nachspiel im niedersächsischen Landtag. "Niedersachsen hat seit Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Volkswagen von jetzt auf gleich mehrere Milliarden Euro an VW-Aktienwerten verloren", sagte CDU-Fraktionsvize Dirk Toepffer und beantragte eine Unterrichtung im Wirtschaftsausschuss des Landtags.

16.42 Uhr: Ersten Rücktrittsforderungen um Martin Winterkorn tritt der mächtige VW-Betriebsratschef Osterloh entgegen. Jetzt schon den Abschied des Volkswagen-Chefs zu fordern, sei ein Unding. "Ich stehe zu Herrn Dr. Winterkorn", sagte Osterloh. Er sagt aber auch: "Wenn Winterkorn an den Themen beteiligt ist, wird er von alleine zurücktreten." Als Mitglied des Aufsichtsrats werde er auf eine schnelle Aufklärung dringen. "Der Imageschaden ist doch schon groß genug."

16.22 Uhr: Wegen des Abgas-Skandals in den USA trifft sich das mächtige Präsidium des VW-Aufsichtsrats am Mittwoch, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Demnach wird der Führungszirkel über die Folgen der manipulierten Abgastests bei VW-Dieselwagen beraten. Zu dem Gremium gehören unter anderem der amtierende VW-Aufsichtsratschef Berthold Huber, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh und VW-Aufsichtsrat Wolfgang Porsche. Der VW-Aufsichtsrat selbst kommt am Freitag zu einer regulären Sitzung zusammen. Thema hier unter anderem: Die schon unlängst angekündigte Vertragsverlängerung von Martin Winterkorn.

VW-Führungszirkel trifft sich: Wolfgang Porsche (l.) und AR-Chef Berthold Huber werden am Mittwoch im mächtigen Präsidium des VW-Konzerns viel zu beraten haben, womöglich auch Winterkorns Zukunft

VW-Führungszirkel trifft sich: Wolfgang Porsche (l.) und AR-Chef Berthold Huber werden am Mittwoch im mächtigen Präsidium des VW-Konzerns viel zu beraten haben, womöglich auch Winterkorns Zukunft

Foto: Alexander Koerner/ Getty Images

16.08 Uhr: Die US-Börsen sind mit leichten Kursgewinnen in die neue Woche gestartet. Die Papiere von US-Autobauern profitieren zunächst allerdings nicht nicht von der Abgasaffäre des deutschen Konkurrenten Volkswagen. Aktien von General Motors  notierten zunächst kaum verändert bei 30,15 Dollar, Aktien von Ford  gaben um 0,4 Prozent auf rund 14 Dollar nach.

16.00 Uhr: Südkorea, Heimat der beiden VW-Rivalen Hyundai Motor  und Kia, hat Abgas-Tests für Fahrzeuge von Volkswagen angeordnet. Das Umweltministerium werde ab Mitte Oktober bei den Modellen VW Golf, VW Jetta und dem Audi A3 prüfen, ob auch auf dem südkoreanischen Markt bei den Abgaswerten manipuliert worden sei, berichtet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.

15.39 Uhr: Der Sportwagen-Hersteller Porsche ist von dem Manipulationsskandal seiner Konzernmutter VW in den USA nach Firmenangaben nicht betroffen. Da es bei den untersuchten Diesel-Autos in den USA nur um Vierzylinder-Motoren gehe, sei man prinzipiell nicht betroffen - diese verwende man schließlich gar nicht, sagte ein Sprecher. Porsche hat Sechs- und Achtzylinder-Motoren im Programm. Ohnehin habe man erst 2012 angefangen, in den USA Diesel-Fahrzeuge anzubieten, und zwar den Cayenne. Seither seien einige Tausend solcher Autos verkauft worden. Diesel-Fahrzeuge haben für Porsche nur eine nachrangige Bedeutung - die VW-Tochter setzt vor allem auf Benziner.

15.34 Uhr: Timing ist bekanntlich alles. Am Freitag will der VW-Aufsichtsrat über die Vertragsverlängerung von VW-Chef Winterkorn beraten.

15.23 Uhr: Für Leser, die neu dazu kommen (und alle anderen auch): Hier finden Sie noch einmal alle Fragen und Antworten zum Abgasskandal von VW.

15.15 Uhr: Fitch stellt schon mal ein schlechteres Rating für VW in Aussicht. Sollte sich das Problem weiter zuspitzen, könne die Einstufung unter Druck geraten, teilte die US-Ratingagentur mit. Die Abgasmanipulationen könnten das Markenimage des Konzerns insbesondere in den USA ernsthaft untergraben. Eine theoretisch mögliche Geldbuße von 37.500 US-Dollar je Wagen hält Fitch aber für unwahrscheinlich. VW habe rasch und energisch reagiert. Fitch stuft VW mit "A" und einem stabilen Ausblick ein.

15.04 Uhr: Was wusste eigentlich VW-Chef Winterkorn von den Abgasmanipulationen? Einiges, meint Autoexperte Dudenhöffer - und hat auch gleich einen Rat parat.

15.01 Uhr: Ganz so zahm wie das Bundeswirtschaftsministerium gibt sich das Umwelt-Ressort nicht: "Wir stehen vor einem Fall von eklatanter Verbrauchertäuschung und Umweltschädigung", sagte Staatssekretär Jochen Flasbarth. "Ich erwartet, dass VW lückenlos aufklärt." Er sehe nun alle deutschen Autobauer in der Pflicht zu prüfen, ob auch Abgaswerte anderer Pkw-Modelle in ähnlicher Weise manipuliert wurden. Der Ausstoß von Diesel-Autos müsse schnell und deutlich sinken.

14.53 Uhr: Krisentreffen anberaumt: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und VW-Chef Martin Winterkorn wollen sich Regierungskreisen zufolge noch heute beraten. An dem Gespräch solle auch der Präsident des Kraftfahrtbundesamtes (KBA), Ekhard Zinke, teilnehmen.

14.32 Uhr: Unser MeinungsMacher Tom Buschardt schreibt, in Sachen Abgas-Manipulation dürfte VW nur die Spitze des Eisbergs sein.

14.04 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel reagiert gelassen auf den Abgasskandal bei VW. Es werde wohl kein dauerhafter Schaden für die deutsche Industrie entstehen, sagte der SPD-Chef. "Dass das ein schlimmer Vorfall ist, ist glaube ich klar", so Gabriel. "Dass wir Sorgen haben, dass der berechtigte, exzellente Ruf der deutschen Automobilindustrie und insbesondere Volkswagens darunter leidet, das können Sie sicherlich verstehen." Er gehe aber davon aus, dass das Unternehmen schnell und restlos den Fall aufkläre und die eingetretenen Schäden wiedergutmachen werde. Der Fall sei nicht typisch. "Der Begriff "Made in Germany" ist weltweit ein Qualitätsbegriff." Gabriel sprach sich dafür aus, Messfehler oder Manipulationen vielleicht einmal insgesamt zu überprüfen.

BUND und VCD schießen scharf

13.38 Uhr: Nach dem VCD meldet sich nun auch der BUND zu Wort. Wegen des Skandals um manipulierte Abgastests von VW in den USA fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland die Überprüfung sämtlicher Diesel-Modelle neuerer Bauart. "Alle Diesel-Fahrzeuge, die die neue Euro-6-Norm erfüllen, müssen auf den Prüfstand", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger am Montag in Berlin. Die Kosten für eine entsprechende Rückrufaktion und eventuell notwendige Nachrüstungen müssten die Hersteller übernehmen. "Dem Kunden sind schließlich entsprechende Grenzwert-Einhaltungen garantiert worden."

13.19 Uhr: Der VW-Betriebsrat und das Land Niedersachsen als zweitgrößter VW-Aktionär fordern die lückenlose Aufklärung der dem Konzern in den USA zur Last gelegten Abgas-Manipulationen. "Wir als Arbeitnehmervertreter nehmen die Vorwürfe sehr ernst und sind geschockt. Das muss jetzt mit aller Konsequenz und Offenheit aufgeklärt werden", sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh dem Magazin "Stern". Es müssten Konsequenzen aus dem Vorfall gezogen werden.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil erklärte, eine Manipulation von Emissionstest sei völlig unakzeptabel und durch nichts zu rechtfertigen. "Es muss selbstverständlicher Anspruch des VW-Konzerns sein, die gesetzlichen Vorschriften einzuhalten", fügte der SPD-Politiker hinzu. Er gehe davon aus, dass diese Vorfälle schnell und gründlich aufgeklärt würden. Erst danach könne über mögliche Folgen entschieden werden.

Fotostrecke

Dirty Diesel: Acht Gründe, warum der Abgasskandal eine Katastrophe für VW ist

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

13.02 Uhr: Nun schießt der ökologische Verkehrsclub VCD scharf: "Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass neben Volkswagen auch andere Konzerne die Abgaswerte manipulieren und das nicht nur in den USA", wird Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD, in einer Mitteilung zitiert. Der VCD fordert die EU auf, bei Messungen sämtliche Schlupflöcher für die Hersteller zu schließen. Daimler und BMW haben beteuert, nicht in die Manipulationen verstrickt zu sein.

12.51 Uhr: Als "Clean Diesel" bewirbt VW seine TDI-Modelle in den USA. In Wahrheit sind es "Dirty Diesel", sagt der Kollege Nils-Viktor Sorge. Er hat 8 Gründe gefunden, warum der Abgas-Skandal eine Katastrophe für VW ist.

12.25 Uhr: Die im Dax  notierte Vorzugsaktie von Volkswagen  ist am Montag um rund 22 Prozent eingebrochen - damit verpuffte in etwa die Marktkapitalisierung des kompletten Sportartikel-Konzerns Adidas . Der größte Tagesverlust eines Dax-Mitglieds ist das jedoch nicht: Im Juli 2013 waren die Aktien von K+S bis zum Handelsschluss um 24 Prozent eingebrochen und hatten im Tagesverlauf in der Spitze fast 27 Prozent verloren. Grund war damals die Angst vor einem Preiskampf auf dem Kali-Markt. Anfang August 2002 hatten sich die damals noch im Dax enthaltenen MLP-Papiere binnen eines Tages vom Wert her sogar halbiert und letztlich 49 Prozent tiefer geschlossen.

12.05 Uhr: Während die VW-Aktie immer tiefer stürzt, bemühen sich die anderen deutschen Autobauer um Schadenbegrenzung: Der Autohersteller BMW  ist nach eigenen Angaben nicht von der Affäre um Abgas-Manipulationen in den USA betroffen. Der Konzern sei nicht von US-Behörden kontaktiert worden, sagte ein BMW-Sprecher am Montag. Die US-Umweltschutzbehörde EPA habe Diesel-Modelle von BMW getestet und befunden, dass die Regeln eingehalten worden seien.

VW als "Lance Armstrong der Autohersteller"

11.38 Uhr: Die Talfahrt der VW-Vorzugsaktie geht weiter. Zuletzt verlor das Papier 22 Prozent auf 126,35 Euro. Analysten zeigten sich angesichts der Abgasaffäre fassungslos: VW wirke wie der "Lance Armstrong der Autobranche", kommentierte ein Analyst.

11.30 Uhr: Für Leser, die neu dazu stoßen, hier noch einmal alle Fragen und Antworten zum VW-Abgas-Skandal.

11.28 Uhr: Die Experten des US-Analysehauses Bernstein haben laut eigenen Angaben mit einem ehemaligen Angestellten der US-Umweltbehörde EPA gesprochen und kommen zu dem Schluss: "Das ist wirklich sehr ernst." VW sei der "Lance Armstrong der Automobilhersteller". Viel werde nun davon abhängen, wie VW mit der Angelegenheit in den USA umgehe. Das Motto "einfach Ruhe bewahren" werde in den USA nicht funktionieren.

11.45 Uhr: Tausende VW-Kunden in den USA sorgen sich um die Folgen des Abgas-Skandals. Einige Twitter-Nutzer tun es öffentlich. "I am pretty sure I will never buy another VW", schreibt etwa "Mondo Fresh". Twitter-User "sunkid" zeigt sich derweil erbost: "So you're telling me I bought a gross polluter instead of a clean diesel TDI?" Zynisch übrigens, dass das ganze unter #VWCares  abläuft - dem Hashtag der Kundenbetreuung.

11.25 Uhr: Wie ist das eigentlich in Deutschland mit der Abgasmessung? "Da gibt es klare Regeln", sagt ein Sprecher des TÜV Süd. Für alle Fahrzeuge, die in der EU zugelassen werden sollen, müssten die Hersteller externe Kontrollen sicherstellen. Heißt: "Die Fahrzeuge werden nach dem Zufallsprinzip vom Band genommen und nachkontrolliert." Allein der TÜV Süd nehme pro Jahr mehr als 1000 dieser Kontrollen vor.

Fotostrecke

Manager-Umfrage auf der IAA: Wer sind in zehn Jahren die größten Autohersteller?

Foto: AFP

11.03 Uhr: Daimler ist nach eigenen Angaben nicht von den Ermittlungen der US-Umweltschutzbehörde EPA wegen Abgas-Manipulationen betroffen. "Es gibt nach unseren Erkenntnissen keine Untersuchungen zu Mercedes-Benz", teilte der Stuttgarter Konzern mit. Der in der Presse beschriebene Sachverhalt treffe auf Mercedes-Benz PKW nicht zu.

VW feiert heute in New York - mit Lenny Kravitz

Kravitz: "I want to get away. I wanna fly away ..."

Kravitz: "I want to get away. I wanna fly away ..."

Foto: Joel Ryan/Invision/AP/ AP/dpa

10.41 Uhr: Obschon bei VW niemandem zum Feiern zumute sein dürfte, schmeißt der Konzern heute eine große Party in New York. Grund: die neue Passat-Limousine für den US-Markt. Mit dabei sind Markenchef Herbert Diess und sein US-Kollege Michael Horn, wie Bloomberg berichtet. Und die Wolfsburger haben mit Lenny Kravitz den richtigen Rockstar auch für Krisenzeiten engagiert. Denn wie dichtete der doch so passend: "I want to get away. I wanna fly away ..."

10.30 Uhr: Minus 19 Prozent. Man kann förmlich zuschauen, wie bei Volkswagen  Börsenwert verbrennt. Bislang sind es 12 Milliarden Euro - das entspricht in etwa der gesamten Marktkapitalisierung der Commerzbank.

9.55 Uhr: Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen schließt nicht aus, dass auch hiesige Modelle mit der Abgas-Software ausgestattet sein könnten. "Wenn ein Weltkonzern auf einem so wichtigen Markt wie dem nordamerikanischen die Werte manipuliert, dann sollte dringend überprüft werden, ob das nicht auch bei uns geschehen ist", sagte Dudenhöffer der "Frankfurter Rundschau". Vorsätzlich falsche Herstellerangaben in umwelt- und gesundheitspolitisch sensiblen Bereichen müssten in Deutschland strafrechtlich verfolgt werden. Dudenhöffer fordert den Rücktritt von VW-Chef Winterkorn.

9.46 Uhr: Minus 17 Prozent binnen weniger Stunden. Das ist der größte Kurssturz der VW-Vorzugsaktie seit sechs Jahren. Das Papier ist mit 134,50 Euro billig wie seit drei Jahren nicht.

Daimler-Chef Zetsche: "Weiß viel zu wenig über den Fall"

Daimler-Chef Zetsche: "Weiß viel zu wenig über den Fall"

Foto: REUTERS

9.33 Uhr: Haben neben VW auch andere Autohersteller in den USA Abgaswerte manipuliert? Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte am Sonntag, es sei zu früh, um die Sache zu bewerten. "Ich weiß viel zu wenig über den Fall, um zunächst mal beurteilen zu können, wie gerechtfertigt der Vorwurf Volkswagen gegenüber ist und ob wir zu hundert Prozent und in jeder Betrachtungsweise davor völlig sicher sein können." Die Daimler-Aktie wird jedenfalls schon mal in Mitleidenschaft gezogen - sie verliert gut 3 Prozent.

VW-Aktie - Deutsche Bank rät "Kaufen!"

9.23 Uhr: Warren Buffett sagte einmal: "Der dümmste Grund, eine Aktie zu kaufen ist, dass sie steigt." Das sehen die VW-Analysten der Deutschen Bank wohl ähnlich. Sie belassen die schwer angeschlagene VW-Aktie (minus 15 Prozent auf 139 Euro) erst einmal auf "Buy" mit einem Kursziel von 260 Euro - zumindest, bis weitere Details zum Abgas-Skandal feststehen. Sollten die Anschuldigungen korrekt sein, hätte dies schwerwiegende Folgen, die weit über einen normalen Rückruf hinausgingen, schrieb Analyst Tim Rokossa in einer Studie vom Montag.

9.14 Uhr: Die Vorzugsaktie von VW (Kurswerte anzeigen) stürzt immer tiefer angesichts des Abgas-Skandals: Lag das Papier vorbörslich rund 10 Prozent im Minus, hat sich der Verlust nun auf gut 15 Prozent ausgeweitet. Aktuell markiert die Aktie ein Zweieinhalb-Jahres-Tief von 138,60 Euro. Binnen einer Woche beträgt der Verlust 20 Prozent.

US-Modell von VW: "Clean Diesel" wirkt wie Hohn vor dem Hintergrund des Abgas-Skandals

US-Modell von VW: "Clean Diesel" wirkt wie Hohn vor dem Hintergrund des Abgas-Skandals

Foto: Friso Gentsch/ picture alliance / dpa

9.06 Uhr: VW hat angesichts des Skandals um manipulierte Abgastests den Verkauf von Diesel-Autos mit Vierzylindermotoren in den USA gestoppt. Ein Sprecher des Konzerns bestätigte am Montag entsprechende Medienberichte. Betroffen seien aktuelle Modelle der Marken VW und Audi. VW werde bis auf weiteres auch keine gebrauchten Fahrzeuge dieses Typs verkaufen.

Hintergrund: Volkswagen hatte am Sonntag eingeräumt, die Abgaswerte von Diesel-Autos in den USA für Fahrzeugtests manipuliert zu haben. Bis zu 500.000 Fahrzeuge in den USA sind betroffen. Die US-Umweltbehörde EPA führt eine Untersuchung gegen den Konzern unter anderem wegen des Verstoßes gegen das Klimaschutzgesetz "Clean Air Act". Dem Dax -Konzern drohen deswegen schlimmstenfalls Strafzahlungen von bis zu 18 Milliarden Dollar und ein nicht abzuschätzender Imageschaden.

9.03 Uhr: Liebe Leserin, lieber Leser, der Abgas-Skandal bei VW wird für den Konzern und die Aktie weitreichende Folgen haben. Wir halten Sie mit diesem Live-Ticker über die aktuellen Geschehnisse auf dem Laufenden.

VW-Desaster in den USA - Das müssen Sie wissen

Mit Agenturmaterial
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.