Northvolt VW steckt weitere 620 Millionen Dollar in Batteriezell-Partner

Volkswagens Batteriezellen-Partner Northvolt sammelt 2,75 Milliarden Dollar ein für den Ausbau eines Werkes. 620 Millionen Dollar kommen von Volkswagen.
Plattform eines Elektrofahrzeugs mit Batterie: Setzt Volkswagen seine Pläne zur Batteriezellen-Produktion wie geplant um, könnte der Konzern Hochrechnungen zufolge ab 2030 jährlich vier Millionen reinelektrische Autos mit Batterien ausstatten

Plattform eines Elektrofahrzeugs mit Batterie: Setzt Volkswagen seine Pläne zur Batteriezellen-Produktion wie geplant um, könnte der Konzern Hochrechnungen zufolge ab 2030 jährlich vier Millionen reinelektrische Autos mit Batterien ausstatten

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Friso Gentsch / DPA

Der VW-Konzern hat zusätzlich 620 Millionen Dollar in seinen Batteriezellen-Partner Northvolt investiert. Die Wolfsburger schlossen sich damit einer Finanzierungsrunde bei dem schwedischen Unternehmen an, das bis vor Kurzem auch am Aufbau einer Zellfertigung in Salzgitter beteiligt war. Wie Volkswagen am Mittwoch berichtete, sammelte Northvolt insgesamt 2,75 Milliarden US-Dollar (2,26 Milliarden Euro) ein, um die Produktion, das Recycling sowie die Entwicklung von Batteriezellen auszubauen. Durch die Anpassung der eigenen Anteile hält der deutsche Konzern weiter ein Fünftel. Der Partner errichtet in Skellefteå eine Fabrik für Hochleistungszellen, deren Kapazität von 40 auf 60 Gigawattstunden (GWh) erweitert wird. 2023 soll dort die Fertigung beginnen. Für VW seien dabei weiter 40 Gigawattstunden vorgesehen, hieß es.

Northvolt ist der wichtigste europäische Batteriehersteller. Einschließlich der jüngsten Finanzierungsrunde haben die Schweden inzwischen mehr als 6,5 Milliarden Dollar aufgenommen. Bis 2030 solle die jährliche Produktionskapazität auf 150 Gigawattstunden erhöht werden. Northvolt will so den großen asiatischen Zellproduzenten wie CATL oder LG Chem Konkurrenz machen und strebt einen Marktanteil von 25 Prozent in Europa an.

VW-Zellproduktion in Salzgitter startet erst 2025

Der größte europäische Autokonzern hatte im vergangenen Jahr auch seine Planungen für Salzgitter konkretisiert, von wo aus das Auto-Volumengeschäft mit einer "Einheitszelle" bedient werden soll. Hier hatte VW nach einer ersten Investitionstranche von gut einer Milliarde Euro weitere 450 Millionen Euro und ebenfalls eine geplante Kapazitätserhöhung auf 40 GWh den Weg gebracht.

Ab 2025 soll die niedersächsische Komponentenfabrik, die bisher Verbrennungsmotoren produziert, auch Zellen für E-Fahrzeuge fertigen. Zunächst war dafür Anfang 2024 vorgesehen. VW will die Anlagen hier künftig allein betreiben. Eine Linie für Prototypen und ein Forschungszentrum gibt es bereits, auch das Batterie-Recycling soll von Salzgitter aus gesteuert werden. Über 1000 neue Jobs entstehen.

Die Pläne sind Teil eines größer angelegten Vorhabens, um die Abhängigkeit von externen Zelllieferanten vor allem aus Asien zu verringern. Im März hatte VW angekündigt, in Europa bis 2030 mit Partnern insgesamt sechs Batteriezellwerke hochziehen zu wollen, um den steigenden Bedarf zu decken. Die vier weiteren Standorte neben Salzgitter und Skellefteå stehen offiziell noch nicht fest, entsprechende Beratungen laufen zurzeit. Gute Chancen soll etwa die Seat-Zentrale im spanischen Martorell haben. Auch eine mögliche Zellfertigung in Osteuropa ist im Gespräch. Die VW-Tochter Porsche würde gern in Tübingen ein Hochleistungszellwerk bauen.

Vier weitere Standorte stehen noch nicht fest

Der Auf- und Ausbau eigener Produktionskapazitäten bei Bauteilen für Elektromodelle ist in der Autobranche ein wesentliches Thema. Um die verschärften Klimaziele einhalten zu können, müssen die Hersteller mehr Fahrzeuge mit alternativen Antrieben in die Flotten bringen. Die von VW angekündigten Investitionen gelten auch als Antwort auf die Pläne des US-Rivalen Tesla. Dessen Chef Elon Musk (49) hatte erklärt, dass sein neues E-Auto-Werk bei Berlin die weltgrößte Batteriefabrik werden solle.

VW prüft darüber hinaus mit dem US-Partner Quantumscape die Produktion von sogenannten Feststoffbatterien, ebenfalls in Salzgitter. Diese enthalten beispielsweise Keramik-Elemente und gelten als Hoffnungsträger gegenüber der Lithium-Ionen-Akkutechnik, um höhere Reichweiten und schnellere Ladezeiten zu erzielen.

rei/dpa-afx/Reuters