Neuer Mobilitätsdienst VW startet Abo für E-Autos - und will den Markt aufrollen

Spätstarter VW bietet jetzt gebrauchte ID.3 und ID.4 im Abonnement an - und will die Wettbewerber auf dem deutschen Markt bis Jahresende überholen. Billig ist das nicht - und ob die Kunden mitspielen, ist offen.
ID.4: Volkswagen bietet junge gebrauchte Elektroautos jetzt im Abo an

ID.4: Volkswagen bietet junge gebrauchte Elektroautos jetzt im Abo an

Foto: Matthias Rietschel / REUTERS

Volkswagen ist nicht der erste Hersteller, der ein Auto-Abonnement  anbietet, will das Geschäft jetzt aber mit Verve ausbauen: Ab diesen Mittwoch können interessierte Kunden bei VW auch ein Elektroauto im Abo mieten. Dafür stehen 2000 bis 3000 Gebrauchtwagen der vollelektrischen Modelle ID.3 und ID.4 zur Verfügung, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Kunden können die Autos zwischen drei und sechs Monate lang fest mieten und dann monatsweise verlängern.

"Die Zahl der Menschen wächst, die ein Fahrzeug nicht unbedingt dauerhaft besitzen, es jedoch für einen definierten Zeitraum exklusiv nutzen möchten", sagte Vertriebsvorstand Klaus Zellmer zuvor gegenüber dem "Handelsblatt" . Dafür habe VW ein Angebot "zwischen Leasing und Sharing" entwickelt.

VW sieht das Abo als weiteren Schritt zur Digitalisierung des Vertriebs und dem Aufbau neuer Geschäftsmodelle. Bis zum Jahr 2030 könnte ein Fünftel des Umsatzes auf Abos und andere Mobilitätsangebote entfallen, schätzt Zellmer. Das neue Modell baue auf Erfahrungen mit einem Auto-Abonnement auf, das die Tochter VW Financial Services seit 2020 betreibt. Dort werden aber Neuwagen angeboten, es geht auch um Autos aller Typen.

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Monatsgebühr statt kaufen: Diese Autoabo-Anbieter gibt es in Deutschland

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Andere Hersteller sind mit einem Autoabo schon länger am Start. Volvo mit seinem Angebot "Volvo Care ", Daimler offeriert derzeit die Elektromodelle EQC und EQV im Abo  - über die Tochter Mercedes-Benz Rent. Bei der BMW-Tochter Mini gibt es Autos via "Mini Subscribe " im Abo. Doch möchte Volkswagen den Markt quasi von hinten aufrollen: "Wir haben uns das Ziel gesetzt, bis zum Jahresende Marktführer in Deutschland zu werden", sagt Zellmer.

Wirklich günstig ist ein Autoabo allerdings auch bei Volkswagen nicht: Für den ID.3 werden im Halbjahresabo 499 Euro monatlich fällig, bei drei Monaten Laufzeit sind es bereits 589 Euro, wie der Konzern auf seiner Website  schreibt. Damit seien außer dem Strom allerdings alle Kosten abgedeckt. Nach der Mindestlaufzeit ist der Vertrag jederzeit kündbar.

Einer Umfrage der Unternehmensberatung von Oliver Wyman zufolge interessieren sich rund 35 Prozent der befragten Deutschen grundsätzlich für diese Form der Autonutzung. Allerdings - und das könnte auch ein Grund für die noch vergleichsweise überschaubare Nachfrage sein - würden die Kunden allerhöchstens 500 Euro pro Monat für ein Autoabo zahlen wollen - bei monatlicher Kündigungsfrist wohlgemerkt.

rei mit dpa
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