Mittwoch, 20. November 2019

Abgasskandal sorgt für Milliarden-Minus VW mit Rekordverlust - doch Vorstände lassen Boni nur zurückstellen

VW-Zentrale in Wolfsburg: Wegen der Abgasaffäre fällt das operative Ergebnis von 12,7 Milliarden Euro 2014 auf minus 4,1 Milliarden Euro im Jahr 2015. Unterm Strich bleibt ein Verlust von 1,6 Milliarden Euro. Dennoch gibt es Dividende
picture alliance / dpa
VW-Zentrale in Wolfsburg: Wegen der Abgasaffäre fällt das operative Ergebnis von 12,7 Milliarden Euro 2014 auf minus 4,1 Milliarden Euro im Jahr 2015. Unterm Strich bleibt ein Verlust von 1,6 Milliarden Euro. Dennoch gibt es Dividende

Angesichts der immensen Kosten und der Rückstellungen für den Abgas-Skandal muss Volkswagen Börsen-Chart zeigen den größten Verlust seiner Konzerngeschichte verkraften. Im vergangenen Jahr lag das Ergebnis unterm Strich mit minus 1,6 Milliarden Euro massiv in den roten Zahlen. Das teilte der Autokonzern am Freitag nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mit. 2014 stand noch ein Gewinn von knapp 11 Milliarden Euro in den Büchern.

Das operative Ergebnis sackte von 12,7 Milliarden Euro 2014 auf Minus 4,1 Milliarden. Ohne die Kosten für die Abgas-Affäre wäre das Ergebnis operativ aber leicht gestiegen. Der Umsatz von Europas größtem Autobauer stieg um 5,4 Prozent auf gut 213 Milliarden Euro.

Rückstellungen in Höhe von 16,2 Milliarden Euro

Für die Folgen des Diesel-Skandals muss der Konzern in seiner Bilanz für 2015 rund 16,2 Milliarden Euro zurückstellen. Damit steigt der Puffer für die bisher absehbaren Kosten der Diesel-Krise nach bereits erfolgten Rückstellungen im dritten Quartal noch einmal um fast 10 Milliarden Euro an.

Zuletzt hatte es im Jahr 1993 einen Jahresfehlbetrag gegeben, als sich VW ebenfalls in einer Krise befand: 1,94 Milliarden D-Mark, also umgerechnet rund eine Milliarde Euro. Das entspricht mit der Inflationsrate hochgerechnet heute ungefähr 1,4 Milliarden Euro. Weitere Verluste in den 1980er und 1970er Jahren waren weit geringer. Im Jahr 2014 hatte der Konzern unter dem Strich rund 11 Milliarden Euro verdient.

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