Volkswagens Elektro-Offensive Die nächste Wette: ID.4 soll noch 2020 auf den Markt

Die ersten Kunden haben Volkswagens Elektroauto ID.3, jetzt soll in schneller Folge das nächste Modell kommen. Der Marktstart des ID.4 ist noch für dieses Jahr angepeilt.
Er soll es richten: Volkswagens ID.4.

Er soll es richten: Volkswagens ID.4.

Foto: Volkswagen

Der elektrische Hoffnungsträger ID.3 ist bei den ersten Kunden - nun will Volkswagen auch das Anschlussmodell ID.4 so rasch wie möglich an den Start bringen. Der kompakte SUV ist der nächste Vertreter einer Reihe, die den Konzern in den kommenden Jahren neu ausrichten soll. E-Mobilitäts-Vorstand Thomas Ulbrich (54) und VW-Kernmarken-Chef Ralf Brandstätter (52) erklärten am Donnerstag weitere Details zu den Plänen sowie zur Strategie hinter dem ID.4. Brandstätter erhob das Modell zum "elektrisch betriebenen Weltauto". Seine These: "Umweltargumente sprechen nicht mehr gegen ein SUV."

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Volkswagen präsentiert sein "E-Weltauto" VW ID.4

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Die Produktion des Wagens ist Ende August im Werk Zwickau angelaufen. An dem sächsischen Standort wird seit November 2019 auch der ID.3 gefertigt. Das Mittelklasseauto wird inzwischen verkauft, es liegt jedoch hinter dem ursprünglichen Zeitplan. Wegen Problemen mit der Softwareausstattung müssen die Kunden im Winter außerdem noch Updates nachladen, danach sollen alle Funktionen voll verfügbar sein.

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VWs Elektro-Hoffnung ID. 3 kommt auf die Straße

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Beim ID.4 ist die offizielle Vorstellung noch für den September geplant. "Auf jeden Fall bis zum Jahresende" soll laut Brandstätter dann der Marktstart sein - zuvor hatte es in Konzernkreisen noch geheißen, es könnte möglicherweise auch Anfang 2021 werden. Volkswagen will das Modell in Europa, China und später auch in Nordamerika bauen und verkaufen. Der Hochlauf des Elektro-SUVs solle "die E-Mobilität aus der Nische ins Volumen holen".

Während der ID.3 das gleiche Segment wie der jahrzehntelange Bestseller VW Golf bedient, entspricht der ID.4 in der Modellpalette mit Verbrennungsmotoren dem VW Tiguan, der inzwischen das am zweithäufigsten verkaufte Automodell in Deutschland (nach dem Golf) ist. Das Auto basiert wie der ID.3 auf dem Modularen Elektrobaukasten (MEB). Die Plattform soll einheitliche Technik für verschiedene Modelle liefern und durch die Verwendung gleicher Teile in großen Mengen zudem Kosten sparen.

33 Milliarden Euro - nur für die erste Welle

Das Zwickauer Werk spielt dabei eine zentrale Rolle. Die Fabrik wird bis zum Ende dieses Jahres auf ausschließliche Fertigung von E-Autos umgestellt, viele Beschäftigte wurden umgeschult und bildeten sich fort. Nach und nach kommen weitere Standorte dazu, noch 2020 soll die Produktion des ID.4 auch im chinesischen Anting beginnen. Von 2022 an stellen auch Emden und Hannover sowie das US-Werk Chattanooga auf Elektro um. Die CO2-Bilanz der reinen E-Fahrzeuge soll neutral sein.

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Wolfsburger 33-Milliarden-Wette: Diese E-Mobile plant Volkswagen

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In einer "ersten Welle" will der Volkswagen-Konzern 33 Milliarden Euro in den Ausbau des elektrischen Angebots auf mehr als 70 Modelle stecken, ein Drittel davon entfällt auf die Kernmarke. Neben dem VW ID.3, Audi Q4 E-Tron und Porsche Taycan gehören dazu künftig unter anderem der ID.4, der Elektro-Bulli ID.Buzz, der Skoda Enyaq oder der Seat Cupra el-Born. Bis 2024 sind etwa 35 Anläufe auf Basis des Elektro-Baukastens geplant. Bis 2025 soll bereits ein Fünftel aller Auslieferungen im Konzern auf batterieelektrische Modelle entfallen.

ak/dpa-afx
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