Erste Kunden erhalten VW ID.3 Volkswagen liefert seinen Hoffnungsträger aus

Von diesem Modell hängt vieles ab. Die Auslieferung des VW ID.3, der Volkswagens Elektroauto für die Massen werden soll, beginnt an diesem Freitag.
VW ID.3 auf der Messe IAA in Frankfurt im September 2019

VW ID.3 auf der Messe IAA in Frankfurt im September 2019

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Mit einigen Wochen Verzögerung haben die ersten Kunden das neue Elektroauto ID.3 von Volkswagen erhalten. Am Freitagvormittag wurden die ersten ID.3 an Kunden in Wolfsburg und in der Gläsernen Manufaktur in Dresden übergeben. "Jetzt beginnt eine neue Ära für klimaneutrale Mobilität", sagte die Vertriebsleiterin für E-Mobilität, Silke Bagschik, in Dresden. Insgesamt sollen in der Gläsernen Manufaktur bis zum Samstag sieben Fahrzeuge an Kunden übergeben werden, in Wolfsburg am Wochenende rund 40. Laut Volkswagen wurden europaweit 25.000 der auf 30.000 limitierten ersten Edition des ID.3 bereits verkauft.

Christian Stadler war aus der Nähe von Passau nach Dresden gereist, um den ersten ID.3 in Empfang zu nehmen. "Ich bin schon lange an E-Autos interessiert", sagte der 36-Jährige bei der Übernahme. Am Montag (14.9.) beginnt dann der allgemeine Marktanlauf.

Auftakt für mehrere neue Modelle

Das für den größten Autokonzern der Welt mit Abstand wichtigste Modell für die kommenden Jahre bildet den Auftakt einer Baureihe reiner E-Fahrzeuge, in die Milliardeninvestitionen fließen. Der ID.3 soll dazu beitragen, Elektromobilität massentauglich zu machen. Er ist verglichen mit bisherigen Elektroautos relativ günstig und hat eine höhere Reichweite. Als weitere E-Modelle der Serie folgen zum Jahreswechsel der kompakte SUV ID.4, später auch der Elektro-Bulli ID.Buzz. Bei Konzerntöchtern wie Audi, Skoda oder Seat wird dieselbe Plattform eingesetzt: Der Modulare E-Antriebs-Baukasten (MEB) ist die Basis zahlreicher künftiger Modelle, von denen bis zum Jahr 2028 bis zu 22 Millionen Stück gefertigt werden sollen.

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Zunächst gibt es den ID.3 in einer begrenzten Sonderausgabe, das Serienmodell soll dann ab Oktober auf die Straße kommen. Volkswagen hatte die Produktion im November 2019 in Zwickau begonnen, Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) begleitete damals die Eröffnung der Linie. Ab 2021 soll das Auto zusätzlich aus der "Gläsernen Manufaktur" in Dresden kommen.

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In der Softwareausstattung hatte es Probleme gegeben . Ursprünglich war der Marktstart des ID.3 schon im Sommer geplant gewesen. Doch vor allem die Vernetzung der Steuergeräte hatte sich als sehr komplexes Thema erwiesen. Einige Funktionen sind in den jetzt ausgelieferten Autos noch nicht verfügbar, die Kunden müssen im Winter Updates nachladen.

Enttäuschender Fahrtest, aber überwältigende Nachfrage

Nun ist das Auto fertig. Doch das Branchenmagazin "Auto, Motor und Sport" sah nach einem enttäuschenden Fahrtest bei Verarbeitung und Elektronik des ID.3 "noch erheblichen Nachbesserungsbedarf". Die Produktion des ID.4 ist bereits angelaufen, ebenfalls in Zwickau.

Die Nachfrage nach vor allem kleineren Elektroautos war zuletzt auch durch die aufgestockten Kaufprämien gestiegen. Die Anpassung der nötigen Fertigungskapazitäten ist für die Autobauer aber schwierig. Ob der Durchbruch der E-Mobilität in Deutschland gelingt, ist noch unklar. Gleichzeitig muss VW etwa für die E-Version des Kleinstwagens Up einen Bestellstopp verhängen, weil die Produktion hier nicht mit den Bestellungen mithält und so längere Wartezeiten entstehen.

Konzernchef Herbert Diess  (61) ließ jüngst auch den Chef des US-Rivalen Tesla, Elon Musk (49), einen ID.3 Probe fahren.

Insgesamt steckt Volkswagen bis 2024 etwa 33 Milliarden Euro in die Elektromobilität, ein Drittel davon bei der Kernmarke. Nach und nach werden mehrere Werke vollständig umgestellt und die Belegschaft weiterqualifiziert. Die Produktion des Autos soll CO2-neutral sein. Bei den Lieferketten für Batterierohstoffe will VW die Transparenz zu Arbeitsbedingungen und Umweltfolgen erhöhen und schloss dazu eine Partnerschaft mit der darauf spezialisierten Agentur RCS Global.

ak/dpa-afx
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