Sonntag, 15. Dezember 2019

US-Autoabsatz Mai Wettbewerber fahren VW immer weiter davon

Amerikaner stehen zu GM: General Motors verkaufte im Mai trotz der seit Monaten schlechten Nachrichten wegen millionenfacher Rückrufe 12,6 Prozent mehr Wagen als als im Vorjahr

In den USA haben die Menschen im Mai 11,3 Prozent mehr Autos gekauft als im Vorjahr. Besonders stark legten GM, Chrysler und Toyota zu. Auch deutsche Premiumhersteller konnten punkten. Die Kernmarke VW fällt dagegen immer weiter zurück.

Detroit/Frankfurt am Main - In den USA ist wegen der anziehenden Konjunktur auch die Nachfrage nach Autos überraschend stark gestiegen. General Motors (GM) und Chrysler meldeten am Dienstag die höchsten Pkw-Verkäufe im Monat Mai seit sieben Jahren, auch Ford legte zu. Die Nachfrage nach deutschen Autos war indes gemischt. Während BMW, Mercedes-Benz und Audi Zuwächse verbuchten, machten die Amerikaner um VW einen Bogen.

Insgesamt wurden nach Reuters-Berechnungen auf dem US-Markt im vergangenen Monat 1,6 Millionen Autos verkauft, 11,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Experten hatten lediglich ein Plus von 7 Prozent erwartet. Zum Vergleich: In Deutschland wurden im gleichen Zeitraum rund 274.800 Wagen zugelassen, ein Plus von 5 Prozent.

Hochgerechnet laufen die Daten vom Mai in den USA auf einen Jahresabsatz von 16,77 Millionen Fahrzeuge hinaus. Höher hatte die Zahl zuletzt 2007 gelegen, dem Jahr vor der Rezession. Dabei blieben die Preise im Mai stabil.

Viele Hersteller übertrafen mit ihrem Mai-Absatz die Erwartungen von Experten. Die Opel-Mutter General Motors verkaufte trotz der seit Monaten schlechten Nachrichten im Zusammenhang mit einem millionenfachen Rückruf knapp 285.000 Autos. Das waren 12,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Ford legte 3 Prozent zu auf 254.000 Fahrzeuge, Toyota 17 Prozent auf 243.000 und Chrysler knapp 17 Prozent auf 194.000.

BMW verzeichnete ein Absatz-Plus von 13,3 Prozent auf 35.331 Fahrzeuge. Bei Daimler gab es einen Zuwachs bei den Typen Mercedes-Benz, Sprinter und Smart von acht Prozent auf 29.570. Bei der VW-Tochter Audi ging es um 25,5 Prozent nach oben auf 16.601 Einheiten.

VW verliert in den USA immer weiter an Boden

Bei der Kernmarke VW selbst gab es hingegen ein Minus von 15,4 Prozent auf 32.163 Fahrzeuge. Es ist der vierzehnte Rückgang in Folge. Seit Januar liegen die Verkäufe damit um fast 12 Prozent unter denen der ersten fünf Monate des Vorjahres, während die Branche insgesamt um 5 Prozent zulegte.

Bei der Kernmarke VW waren die Verkaufszahlen in den Vereinigten Staaten zuletzt im März 2013 gestiegen. Konzernchef Martin Winterkorn hatte jüngst angekündigt, sich dem US-Markt stärker zu widmen. Allerdings gibt es nach wie vor keine Entscheidung, wo ein speziell für die USA entworfenes SUV-Modell gebaut werden soll, von dem sich Volkswagen die Trendwende erhofft.

Der Gouverneur des US-Bundesstaats Tennessee, Bill Haslam, hatte in der vergangenen Woche erklärt, dass er mit dem Konzern wieder über Subventionen für einen Ausbau des einzigen US-Werks Chattanooga verhandele. Dort wird bislang einzig der US-Passat gebaut. Als Alternative für die Produktion bietet sich Mexiko an. Der als Studie Crossblue bereits Anfang 2013 gezeigte Siebensitzer soll 2016 bei den Händlern stehen.

VW ist die einzige deutsche Massenmarke in den USA und hat seit jeher einen schweren Stand gegenüber den Platzhirschen General Motors, Ford und Chrysler sowie den starken Japanern mit Toyota an der Spitze. Auch die Südkoreaner Hyundai und Kia haben viele Kunden in den USA, dem zweitgrößten Automarkt nach China.

rei/rtr/dpa

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung