Mittwoch, 18. September 2019

Ermittlungen im VW-Skandal ausgeweitet Ex-VW-Chef Winterkorn nun auch unter Betrugsverdacht

Martin Winterkorn (bei Anhörung im Bundestag am 19. Januar): "Ich darf Sie nach Braunschweig verweisen"

Der frühere Volkswagen -Chef Martin Winterkorn gerät in der Abgasaffäre nun auch wegen Betrugsverdacht ins Visier der Staatsanwaltschaft. Es hätten sich "zureichende tatsächliche Anhaltspunkte" dafür ergeben, dass Winterkorn früher als von ihm öffentlich behauptet Kenntnis von der manipulierenden Software und deren Wirkung gehabt haben könnte, teilten die Ermittler am Freitag mit. Die Aktie von Volkswagen Börsen-Chart zeigen zeigte sich von der Ausweitung der Ermittlungen kaum beeindruckt.

Winterkorn hatte zuvor mehrfach beteuert - zuletzt vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags vor einer Woche - erst im September von den millionenfachen Abgasmanipulationen erfahren zu haben. Gegen ihn ermittelte die Staatsanwaltschaft bereits wegen des Verdachts der Marktmanipulation.

Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt jetzt gegen 37 Personen

Insgesamt ermittelt die Staatsanwaltschaft im Dieselskandal inzwischen gegen 37 Personen.Im Zuge der Ermittlungen durchsuchte die Staatsanwaltschaft insgesamt 28 Objekte am Unternehmenssitz von VW in Wolfsburg sowie in Gifhorn und Braunschweig. Die Auswertung des sichergestellten Materials werde voraussichtlich mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Bisher wurde gegen 21 Beschuldigte wegen des Abgasbetrugs ermittelt, darunter befand sich nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft keine Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Marktmanipulation richten sich gegen Winterkorn, VW-Markenchef Herbert Diess und den Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Dieter Pötsch. Sie stehen unter dem Verdacht, die Börse zu spät über den Abgasskandal informiert zu haben, in dessen Folge die VW-Aktie rasant an Wert verlor.

Winterkorn hatte erst vergangene Woche vor dem Bundestags-Untersuchungsausschuss jegliche persönliche Verstrickung in den Abgasskandal bestritten und sich selbst als Opfer dargestellt. Er sei bestürzt, dass Millionen von VW-Kunden enttäuscht worden seien, erklärte der 69-Jährige. Winterkorn war kurz nachdem die Abgasmanipulationen im September 2015 öffentlich bekannt wurden, von seinem Amt an der Spitze von Europas größtem Autobauer zurückgetreten. Betroffen von den Diesel-Abgasmanipulationen sind weltweit rund elf Millionen Fahrzeuge des Konzerns.

la/dpa

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