Samstag, 25. Mai 2019

VW-Betriebsratschef Osterloh hakt Zoff mit Diess ab "Wir hatten ein richtiges Gewitter. Das führt zu einer Verbesserung des Klimas"

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh gibt sich handzahm: Die Konflikte um die Umsetzung des "Zukunftspakts" seien nun Geschichte
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VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh gibt sich handzahm: Die Konflikte um die Umsetzung des "Zukunftspakts" seien nun Geschichte

Erstaunliche Wandlung zweier Streithähne bei VW: Volkswagen-Betriebsratschef Bernd Osterloh begräbt nun öffentlich das Kriegsbeil im Streit mit VW-Markenchef Herbert Diess über den Umbau der renditeschwachen Hauptmarke. Der Konflikt über die Umsetzung des sogenannten Zukunftspakts sei nun Geschichte, sagte Osterloh dem "Handelsblatt". "Wir hatten ein richtiges Gewitter und nicht nur einen Platzregen. Aber das führt ja bekanntlich zu einer Verbesserung des Klimas."

Bereits auf der Jahrespressekonferenz hatte VW-Markenchef Herbert Diess Nachfragen zum Zoff zwischen ihm und dem mächtigen Betriebsrat souverän gekontert. Er hatte den "Zukunftspakt" als "richtungsweisend" gelobt und von "guter Rückendeckung" im Vorstand für sein Umbauprogramm bei der kriselnden Kernmarke gesprochen.

Über die Neuausrichtung der schwächelnden Marke Volkswagen Börsen-Chart zeigen war es in den vergangenen Wochen zu einem heftigen Streit mit dem Betriebsrat gekommen. Die Arbeitnehmervertretung hatte Diess vorgeworfen, mit Sparvorhaben über den im November vereinbarten Zukunftspakt hinauszugehen.

Osterloh sieht Volkswagen bei seinem Sparprogramm auf Kurs. "Ich bin sicher, dass wir die Ziele erreichen werden", sagte er der Zeitung. "Wir machen beim Zukunftspakt hervorragende Fortschritte, die die Marke VW in ihrer Ertragskraft nachhaltig stärken."

Seiner Einschätzung nach könnte das Einsparziel sogar übertroffen werden. "Wir haben seit November zusätzliche Maßnahmen gefunden, die wir gemeinsam umsetzen wollen." Ein Stellenabbau sei aber nicht das wesentliche Potenzial. Die Stellschraube bei den Kosten sei unter anderem eine Reduzierung der Variantenvielfalt. Bis zum Jahr 2020 will der Autobauer die Kosten seiner Kernmarke VW um 3,7 Milliarden Euro reduzieren.

dpa/wed

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