Zustimmung der Aufsichtsräte Porsche-Börsengang rückt weiteren Schritt näher

Volkswagens Aufsichtrat stimmt dem Börsengang der Sportwagentochter Porsche grundsätzlich zu: Inklusive Kontrolle für die Porsches und Piëchs, einer milliardenschweren Sonderdividende und 2000 Euro Mitarbeiterbonus.
Herbert Diess: Der Volkswagen-Konzernchef will durch einen Börsengang der Renditeperle Porsche den Börsenwert von VW steigern

Herbert Diess: Der Volkswagen-Konzernchef will durch einen Börsengang der Renditeperle Porsche den Börsenwert von VW steigern

Foto: SASCHA STEINBACH / EPA

Die obersten Gremien des Volkwagen-Konzerns haben einem Börsengang der Tochter Porsche grundsätzlich zugestimmt. Die Umsetzbarkeit wird nach der Genehmigung von Vorstands und Aufsichtsrat konkret geprüft. Dies teilte der größte Autokonzern Europas am Donnerstagabend mit.

Es geht um die Porsche AG, in der das operative Geschäft des Stuttgarter Sport- und Geländewagenbauers gebündelt ist. Das Unternehmen ist ein zentraler Gewinnbringer der VW-Gruppe. Bei einem erfolgreichen Gang aufs Börsenparkett dürfte man dessen Grundkapital wohl zur Hälfte in Stamm- und Vorzugsaktien aufspalten - bis zu ein Viertel der Vorzugspapiere könnte dann öffentlich gehandelt werden.

Familien Porsche und Piëch sichern sich Sperrminorität

Wie von manager magazin bereits berichtet,  erhielte die Dachgesellschaft Porsche SE (PSE) das Vorkaufsrechte auf einen Anteil von 25 Prozent plus einer Aktie der stimmberechtigten Stämme. Die Familien Porsche und Piëch halten sämtliche Stammaktien der Porsche SE; gegen sie würde in der separaten AG dann nichts mehr gehen. Dafür würde die Porsche SE eine Prämie von 7,5 Prozent zum Platzierungspreis der Vorzugsaktien zahlen. Die PSE ist das Machtzentrum im Wolfsburg-Stuttgarter Geflecht. Sie hält gut 53 Prozent der Stimmrechte am Volkswagen-Konzern.

Auch Großaktionär Katar würde sich voraussichtlich an der Porsche AG beteiligen. Die Volkswagen AG begrüße die Absicht des Großaktionärs, sich als strategischer Investor an den Vorzugsaktien der Porsche AG zu beteiligen und somit die bestehende Beziehung zu erweitern, teilte der Autokonzern mit.

2000 Euro Mitarbeiterbeteiligung

Am Dienstag hatten VW und PSE nach langen Spekulationen erstmals offiziell angedeutet, dass Aktien der Porsche AG bald am Finanzmarkt gehandelt werden könnten. Zum einen soll durch diese Emission die Finanzierung weiterer Investitionen vor allem in E-Mobilität und Software erleichtert werden. Andererseits will VW-Chef Herbert Diess den Wert des Konzerns massiv erhöhen. Porsche als Renditeperle und gesonderte Anlagemöglichkeit könnte dieses Ziel auch aus Sicht mancher Großinvestoren fördern. Teil des Konzerns bliebe die Tochter trotzdem. Die Porsche AG werde auch nach einem Börsengang weiter vollkonsolidiert, teilte Volkswagen mit.

Die tatsächliche Umsetzbarkeit eines Börsengangs hänge jedoch von einer "Vielzahl verschiedener Parameter sowie den allgemeinen Marktgegebenheiten ab", teilte Volkswagen weiter mit. Demnach sei über einen Porsche-Börsengang noch nicht endgültig entschieden. Gleichwohl schreiten die Vorbereitungen dafür fort.

Kommt es zu einem Börsengang, sollen die Aktionäre eine Sonderdividende von 49 Prozent des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Aktien erhalten. Bei einem von Analysten angenommenen Porsche-Wert von rund 80 Milliarden Euro ergäbe das eine Ausschüttung von gut 10 Milliarden Euro.

Auch Betriebsratschefin Daniela Cavallo äußerte sich positiv. "Die Perspektiven für die Beschäftigten und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Standorte müssen stimmen", sagte sie laut einer Mitteilung des Betriebsrats. Das wäre mit den verabredeten Leitplanken der Fall. Zumindest für die 130.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Volkswagen AG und der VW Sachsen GmbH handelte Cavallo einen Bonus aus: eine einmalige Zahlung von 2000 Euro.

mit Nachrichtenagenturen