Sonntag, 8. Dezember 2019

Profi-Anleger drängen zu härteren Abgastests Investoren fordern ganze CO2-Wahrheit - nicht nur von VW

Auspuff eines VW: Eine mächtige Gruppe von Finanzinvestoren drängt die EU jetzt zu realistischeren CO2-Abgastests

Der VW-Abgasskandal dürfte für die gesamte Branche ein übles Nachspiel haben: Nicht nur die EU drängt auf realistischere Pkw-Emissionstests, auch mächtige Finanzinvestoren schalten sich nun in die Debatte ein - und fordern härtere Tests unter Alltagsbedingungen.

Es ist die Crème de la Crème der Finanzinvestoren, die sich für verschärfte Emissionstests stark macht: Die Vereinigung "Institutional Investors Group for Climate Change" (IIGCC) repräsentiert 118 Investoren mit einem Anlagevermögen von 12 Billionen Euro. Zu den IIGCC-Mitgliedern zählen unter anderem der weltgrößte Private-Equity Investor Blackrock und das Branchen-Schwergewicht Aberdeen Asset Management.

In einem offenen Brief an EU-Politiker fordert die IIGCC nun die EU dazu auf, das Vertrauen in die Abgastests wiederherzustellen, indem auch CO2-Emissionen künftig unter realen Fahrbedingungen ermittelt werden.

Vertrauen in Abgaswerte muss "dringend wiederhergestellt werden"

Das Vertrauen in die Aussagekraft von offiziellen Abgastests hat durch die Skandale bei Volkswagen Börsen-Chart zeigen schwer gelitten: Anfang dieser Woche erklärte Volkswagen, dass bei bis zu 800.000 Fahrzeugen in Europa die offiziellen CO2-Emissionswerte zu niedrig angegeben wurden - darunterauch 100.000 Benziner. Mitte September gab der Autohersteller zu, dass bei elf Millionen seiner Diesel-Fahrzeuge eine Software zum Einsatz kommt, die Stickoxid-Werte bei offiziellen Prüfstandtests viel niedriger hielt als im Alltags-Fahrbetrieb.

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Die EU will deshalb nun die Einführung von neuen, ab 2017 geplanten Prüfstand-Tests für Abgaswerte beschleunigen - und Stickoxid-Werte künftig auch mit tragbaren Testgeräten im Alltags-Fahrbetrieb testen. Zudem will die EU-Kommission künftig die Behörden der Mitgliedsstaaten bei der Genehmigung von Kraftfahrzeugen überwachen.

Doch das geht der IIGCC nicht weit genug: Die Investorengruppe will auch die CO2-Emissionen unter Alltagsbedingungen ermitteln. "Das Vertrauen in Abgasdaten muss dringend wiederhergestellt werden", heißt es in dem Brief, über den unter anderem die Financial Times (€) berichtet. Investoren müssten sicher sein können, dass die offiziellen Daten verlässlich seien.

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