Neuer Chef baut um Jim Rowan streicht den Volvo-Vorstand zusammen

Der neue Volvo-Chef baut um: Knapp drei Monate nach seinem Amtsantritt verschlankt Jim Rowan den Vorstand um gleich vier Posten. Zwei Topmanager bekommen dagegen deutlich mehr Macht.
Baut schon nach drei Monaten kräftig um: Volvo-Chef Jim Rowan

Baut schon nach drei Monaten kräftig um: Volvo-Chef Jim Rowan

Foto: PR

Knapp drei Monate nach seinem Amtsantritt setzt Jim Rowan als Volvo-Chef erstmals eine Duftmarke. Der CEO verschlankt zum 20. Juni den Vorstand des Automobilherstellers um vier Posten. Statt wie bislang elf gehören künftig nur noch sieben Personen dem Gremium an. Für Henrik Green (Chief Product Officer), Anders Gustafsson (Head of Americas), Arek Nowinski (Head of EMEA), Xiaolin Yuan (Head of APAC) und Lex Kerssemakers (Global Commercial Operations) ist künftig kein Platz mehr im Vorstand.

Kerssemakers geht nach 38 Jahren bei Volvo in den Ruhestand, wird das Unternehmen aber weiter beraten. Die weiteren Betroffenen zählen künftig nur noch zu einem erweiterten Kreis des Topmanagements, wie ein Sprecher erklärte. Yuan, Gustafsson und Nowinski sind von nun an jeweils als President für ihre Regionen zuständig. Green ist ab kommender Woche gar nur noch Head of Global Advanced Technology & Sustainability und gehört mit fünf weiteren Managern auf diesem Rang dem erweiterten Führungsteam an.

Sie alle berichten dann nicht mehr an CEO Rowan, sondern seine neuen Stellvertreter: Björn Annwall und Javier Varela. Sie kommen aus den eigenen Reihen, Annwall war bislang Finanzchef, Varela Head of Engineering and Operations, er rückt neu in den Vorstand auf. Beide Topmanager erhalten im Zuge der Umstrukturierung noch weitere neue Rollen und zusätzliche Macht. Anwall wird Chief Commercial Officer, er soll sich darum kümmern, das stationäre Handelsgeschäft besser mit dem digitalen zu verknüpfen. Bei Varela werden alle Themen rund um Produktion, Forschung und Entwicklung gebündelt.

Volvo-Chef Rowan erklärte in einer Mitteilung, er wolle so die Struktur mit klaren Verantwortlichkeiten vereinfachen, die Umsetzung verbessern und die Zusammenarbeit im gesamten Unternehmen intensivieren. Abgeschlossen ist der Vorstandsumbau beim Automobilhersteller damit noch nicht. Volvo ist auf der Suche nach einem einem neuen Chief Financial Officer, da Björn Annwall jenen Posten abgibt. Kommissarisch übernimmt Johan Ekdahl jene Aufgabe, eine Dauerlösung soll daraus aber offenbar nicht werden.

Drei Frauen im Vorstand, aber keine unter den Top 3

Neben Rowan, Annwall, Varela und vorerst Ekdahl sitzen bei Volvo mit Chefjustiziarin Maria Hemberg, Personalchefin Hanna Fager und der Leiterin der Kommunikationsabteilung, Olivia Ross-Wilson, auch drei Frauen im Executive Management Team. Die drei wichtigsten Posten haben aber wie erwähnt Männer inne.

Die Strukturen, die sein Vorgänger Håkan Samuelsson bei Volvo hinterlassen hat, haben Rowan missfallen. Der Vorstand war aufgebläht, in der Ebene darunter waren dem 71-Jährigen dagegen zum Ende seiner fast zehnjährigen Amtszeit viele Top-Leute entlaufen. Darunter auffällig viele Frauen, wie manager magazin im vergangenen November berichtet hatte . Gerne hatte er die Geschichte vom smarten, digitalen und auch diversen Transformer Volvo erzählt, der ab 2030 ausschließlich elektrisch unterwegs sein will. Kritiker warfen Samuelsson dagegen vor, dass es dem CEO vor allem rund um den Börsengang Ende 2021 nur noch um sich selbst gegangen sei.

Den Elektro-Kurs der Marke wird der ehemalige Dyson-Chef Rowan fortführen. Daneben hat er das Ziel ausgegeben, bis 2040 zum vollständig kreislauffähigen Automobilhersteller zu werden. Sicherstellen soll das ausgerechnet der Mann, der beim jetzigen Umbau am stärksten degradiert wird: Noch-CPO Henrik Green.