Mittwoch, 20. November 2019

Nach Pkw jetzt auch Lkw: Chinesen werden Großaktionär Bringen Chinesen Volvo wieder zusammen?

Zwei unter einem Dach: Geely steigt nach Volvo-Pkw auch bei Volvo-Lkw ein.

Der chinesische Autohersteller Geely schafft die Voraussetzung für das Comeback von Volvo als integriertem Pkw- und Lkw-Hersteller. Bereits seit 2010 besitzt Geely den Pkw-Produzenten. Nun werden die Chinesen auch größter Aktionär des schwedischen Lkw-Bauers gleichen Namens. Der Finanzinvestor Cevian ermöglicht den Chinesen den Einstieg durch den Verkauf seines gesamten Aktienpakets von 8,2 Prozent und 15,6 Prozent der Stimmrechte an Volvo Trucks. Bis 1999 gehörten Pkw- und Lkw-Produzent zusammen, seitdem nutzen sie lediglich die Marke gemeinsam.

Mit einer Integration könnte Geely Investitionen in die Mega-Trends autonomes Fahren und alternative Antriebe über größere Stückzahlen legen - und damit effektiver einsetzen. Zudem könnte Geely Volvo Trucks auf dem chinesischen Markt helfen, analog zur Strategie bei den Pkw. Der Chef von Volvo Pkw, Hakan Samuelsson, ist bereits Aufsichtsratsmitglied des Truck-Konzerns. Offizielle Ankündigungen zu einer möglichen Integration gab es am Mittwoch allerdings nicht. Zwei der größten Volvo-Truck-Rivalen, Daimler Börsen-Chart zeigen und Volkswagen Vz. Börsen-Chart zeigen, führen ihre Geschäfte mit Lkw und Pkw ebenfalls integriert - wobei Volkswagen (MAN, Scania) eine stärkere Eigenständigkeit des Lkw-Geschäfts anstrebt.

Für Cevian, die 2006 bei Volvo eingestiegen waren, dürfte der Deal der erfolgreichste in der Firmengeschichte sein. Angaben zum Preis machten die Beteiligten am Mittwoch nicht, die Financial Times taxiert den Kaufpreis auf etwa 3,25 Milliarden Euro und den Gewinn für Cevian auf etwa 2 Milliarden Euro. Neben Cevian-Mitgründer Lars Förberg hatte der Finanzinvestor den Ex-Daimler-Truck-Chef Eckhard Cordes in den Aufsichtsrat entsandt, um die Rendite des Truck-Herstellers zu steigern.

Mit seinen deutschen Engagements hat Cevian dagegen bislang weniger Fortune: Der Traditionskonzern Bilfinger ringt um ein nachhaltiges Geschäftsmodell, bei Thyssenkrupp verweigern sich die übrigen Aktionäre den Vorschlägen der Schweden.

soc, dpa

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