Milliardeninvestition Volkswagen baut Batteriezellfabrik im spanischen Valencia

Die nächste Batteriezellenfabrik will Volkswagen mit Partnern im spanischen Valencia errichten. Sieben Milliarden Euro wird sie wohl kosten und 3000 Menschen beschäftigten, kündigt Technikvorstand Schmall mit dem Chef der spanischen VW-Tochter Seat, Wayne Griffith, an.
Valencia wird es sein: Volkswagen-Technikvorstand Thomas Schmall (unten) und Wayne Griffith, Chef der spanischen VW-Tochter Seat, kündigen in einer gemeinsamen Schalte die Pläne zum neuen Batteriezellenwerk des Konzerns an

Valencia wird es sein: Volkswagen-Technikvorstand Thomas Schmall (unten) und Wayne Griffith, Chef der spanischen VW-Tochter Seat, kündigen in einer gemeinsamen Schalte die Pläne zum neuen Batteriezellenwerk des Konzerns an

Foto: JOSEP LAGO / AFP

Volkswagen baut seine zweite europäische Batteriezellfabrik in Spanien. Die Fabrik mit einer Produktionskapazität von 40 Gigawattstunden (GWh) im Jahr und mehr als 3000 Mitarbeitern soll in Valencia an der Mittelmeerküste des Landes entstehen, kündigte der Konzern am Mittwoch an. Zusammen mit Partnern wolle Volkswagen dort mehr als sieben Milliarden Euro investieren. Das Projekt, das noch unter dem Vorbehalt endgültiger Genehmigungen stehe, solle die gesamte Wertschöpfungskette der E-Mobilität umfassen.

"Dieses Projekt ist von großer Bedeutung – für Volkswagen, für Spanien und für ganz Europa", sagte Technikvorstand Thomas Schmall. "Wir haben das Ziel, Spanien zu elektrifizieren und sind bereit, gemeinsam mit externen Lieferanten mehr als sieben Milliarden Euro in die Elektrifizierung unserer Werke Martorell und Pamplona und in die Lokalisierung der Batterie-Wertschöpfungskette in Valencia zu investieren." Wayne Griffith, Chef der spanischen VW-Tochter Seat, erklärte, die mehr als sieben Milliarden Euro wären die größte Industrie-Investition in der spanischen Geschichte.

Das Vorhaben in Spanien war grundsätzlich schon bekannt. VW wollte bis zu einer abschließenden Entscheidung aber noch Förderbedingungen der Politik prüfen. Nun stehe fest, dass man sich beim Gesamtprojekt in Spanien für ein Programm namens "Future Fast Forward" bewerben werde, hieß es. Insgesamt geht es nicht nur um die Zellen, sondern auch um weitere Teile und Produktionsprozesse rund um die E-Mobilität. Spaniens Regierung werde die zugehörige Ausschreibung Anfang April öffnen.

Volkswagen will bis zum Ende des Jahrzehnts sechs große Fabriken in Europa an den Start bringen mit einer Kapazität von insgesamt 240 Gigawattstunden (GWh). Ihre Batterie-Aktivitäten hatten die Wolfsburger vor Kurzem in einer separaten Gesellschaft zusammengefasst, um sie kapitalmarktfähig zu machen. Der Bereich soll bis zum Ende des Jahrzehnts einen Umsatz von voraussichtlich 20 Milliarden Euro erzielen.

Für den Bau der in Europa geplanten Zellfabriken und die Sicherung der nötigen Rohstoffmengen rechnet Schmall nach früheren Angaben mit Kosten von 25 bis 30 Milliarden Euro. Nur einen Teil davon wollen die Wolfsburger selbst stemmen. Allein zwei Milliarden Euro investiert der Autokonzern bis zum Hochlauf der Serienproduktion von Batteriezellen für das Volumensegment am Standort in Salzgitter. Dort ist Gotion Hightech aus China Partner. Valencia ist der zweite Batteriestandort von Volkswagen und der erste außerhalb Deutschlands. Den Bedarf an Premiumzellen deckt VW durch den schwedischen Batteriespezialisten Northvolt in Skelleftea.

Für eine weitere Zellfabrik kommt Osteuropa in Frage. Auch Niedersachsen macht sich Hoffnungen auf ein weiteres Batteriezellwerk. Northvolt hatte kürzlich den Bau einer Zellfabrik mit einer Leistung von 60 Gigawattstunden in Heide in Schleswig-Holstein angekündigt.

rei/Reuters