Rückgang schwächt sich im Mai ab VW verkauft knapp 24 Prozent weniger Fahrzeuge

VW-Chef Herbert Diess muss auch für den Monat Mai einen deutlichen Absatzverlust verbuchen. Immerhin schwächt sich der Rückgang gegenüber dem Vormonat aber ab. Die Luxusmarken Lamborghini und Bentley konnten sogar zulegen.
VW-Chef Herbert Diess rechnet im zweiten Halbjahr mit einer Entspannung der Lage

VW-Chef Herbert Diess rechnet im zweiten Halbjahr mit einer Entspannung der Lage

Foto: SASCHA STEINBACH / EPA

Der Autobauer Volkswagen hat auch im Mai deutlich weniger Fahrzeuge verkauft. Im vergangenen Monat lieferte der Konzern mit 658.300 Einheiten weltweit 23,5 Prozent weniger Pkw, Lastwagen und Busse aus als vor Jahresfrist. Damit war der Rückgang nicht mehr ganz so rasant wie im April, als der Absatz wegen des Halbleitermangels und der Lockdowns in China um 40 Prozent einbrach. Seit Jahresanfang fielen die Auslieferungen des weltweit zweitgrößten Autokonzerns im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut ein Viertel auf rund 3,1 Millionen Fahrzeuge.

Probleme machen noch immer die fehlenden Halbleiterchips, und im wichtigen Markt China laufen die Verkäufe nach den weitreichenden Corona-Lockdowns in vielen Regionen erst wieder hoch. Bei den Chips rechnet VW -Chef Herbert Diess (63) nach jüngsten Aussagen im zweiten Halbjahr mit etwas Entspannung, auch in China dürfte sich die Lage allmählich wieder bessern.

Auf dem größten Markt der Wolfsburger in China sanken die Auslieferungen um fast ein Viertel, nachdem sie im Vormonat wegen der Produktionseinschränkungen bei der Pandemiebekämpfung noch um die Hälfte geschrumpft waren. Am stärksten war der Absatz-Rückgang in Osteuropa, wo die Auslieferungen im Mai um 48 Prozent fielen. In Westeuropa setzte Volkswagen 23 Prozent weniger Fahrzeuge ab als vor einem Jahr. In Nordamerika war das Minus mit 24 Prozent ähnlich hoch.

Bei den einzelnen Marken stand die Kernmarke VW Pkw mit einem Minus von 23,3 Prozent weiter unter Druck, noch größer war der Rückgang aber bei der kleineren Marke Škoda mit 39,3 Prozent. Bei Audi betrug der Rückgang 21,3 Prozent, bei der Renditeperle Porsche standen 10,4 Prozent weniger Verkäufe zu Buche. Nur die Luxusautobauer Lamborghini und Bentley verbuchten keine Verkaufsrückgänge.

IG Metall stellt VW-Werk in China infrage

Unterdessen hat die IG Metall von Volkswagen den Rückzug aus der Uiguren-Region in China gefordert, wo der Autobauer ein Autowerk unterhält. "Inzwischen gibt es kaum einen Zweifel daran, dass in Xinjiang Menschenrechtsverletzungen stattfinden", sagte Gewerkschaftschef Jörg Hofmann (66), der im Aufsichtsrat des Konzern sitzt, den "Wolfsburger Nachrichten". Deshalb müsse sich der Konzernvorstand mit dem Thema befassen. Zwar gebe es aktuell keinen Hinweis darauf, dass es bei VW selbst zu Menschenrechtsverletzungen gekommen sei. "Dennoch ist insgesamt die Frage zu stellen, was es für das Renommee des Unternehmens bedeutet, dort weiter investiert zu sein", zitierte die Zeitung Hofmann. Volkswagen betreibt seit 2013 zusammen mit dem Staatskonzern Saic eine Fabrik in der Stadt Urumqi.

Der Konzern könne nicht nur darauf schauen, was im eigenen "Vorgarten" los sei, sondern müsse auch darauf achten, in welcher "Straße" er wohne. "Wenn rechts und links sichtbar Menschenrechtsverletzungen passieren, verlange ich Handeln", sagte der Gewerkschaftschef. Der Konzern müsse sich sichtbar und unmissverständlich gegen Menschenrechtsverletzungen positionieren.

Der Konzern steht schon seit Langem wegen seiner Präsenz in der Uiguren-Region in der Kritik, hat dies aber immer wieder mit dem Argument zurückgewiesen, seine Anwesenheit dort trage dazu bei, dass sich die Situation der Menschen verbessere. In einer Stellungnahme zu dem Bericht erklärte der Konzern: "Uns sind keine Fälle bekannt, dass Mitarbeiter des Unternehmens Saic Volkswagen in Internierungslagern waren oder sind."

mg/Reuters, dpa-afx