VW nimmt Gespräche mit Zulieferern am Montag wieder auf Zulieferer fordern 58 Millionen Euro von VW

Die Fehde zwischen VW und seinen Zulieferern zieht sich in die kommende Woche: Erst am Montag will der Autokonzern mit den Unternehmen an den Verhandlungstisch zurückkehren. Die Zulieferer fordern 58 Millionen von VW.
VW-Produktion: Kurzarbeit in 5 Werken

VW-Produktion: Kurzarbeit in 5 Werken

Foto: Volkswagen AG

Im Streit mit zwei Zulieferern will der Volkswagen-Konzern (VW) auf eine gütliche Lösung setzen. "Wir sind mit den Lieferanten natürlich im Gespräch und suchen eine Einigung auf dem Verhandlungsweg," sagte ein VW-Sprecher am Samstag. Zugleich halte sich der Konzern aber auch den Rechtsweg - und damit die mögliche Beschlagnahmung´der benötigten Autoteile  - weiter offen. Die Verhandlungen seien am Freitagabend beendet worden und würden am Montag weitergehen. Wegen der fehlenden Bauteile der beiden sächsischen Firmen Car Trim und ES Automobilguss muss im VW-Stammwerk in Wolfsburg die Produktion des Golf ruhen.

Ingesamt wird Volkswagen voraussichtlich in fünf Werken mehr als 20.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Die beiden Zulieferer werfen VW einen Missbrauch seiner Marktmacht vor.

Zulieferer fordern 58 Millionen Euro von VW wegen Entwiclungsprojekt

Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge fordern Car Trim und ES Automobil Guss vom VW-Konzern insgesamt 58 Millionen Euro. Auslöser des Streits war demnach eine von VW und Porsche gekündigte Entwicklungskooperation mit Car Trim. Car Trim und ES Automobilguss fertigen Sitzbezüge und Getriebegehäuse für die Produktion verschiedener VW-Modelle, haben ihre Lieferungen aber seit einiger Zeit eingestellt.

Der Machtkampf zwischen VW und den Zulieferern könnte den Dax-Konzern teuer zu stehen kommen. Der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer sagte den "Ruhr Nachrichten" (Samstagausgabe), VW drohten "Gewinneinbußen im hohen dreistelligen Millionen-Bereich". Die Wolfsburger kämpfen seit bald einem Jahr mit den Folgen der Abgaskrise und fahren gleichzeitig bei ihrer ertragsschwachen Hauptmarke einen Sparkurs.

la/reuters
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