Dienstag, 25. Februar 2020

Gericht lehnt Louis Freeh ab VW vereitelt Ex-FBI-Chef als Gutachter im Dieselskandal

Louis Freeh: Ein Gericht hat den ehemaligen Chef der US-Bundespolizei als Zeugen und Gutachter in einem Prozess gegen Volkswagen abgelehnt.

Im jüngsten "Dieselgate"-Rechtsstreit mit US-Klägern hat Volkswagen die Berufung des früheren FBI-Chefs Louis Freeh als Gutachter vereitelt. Der zuständige Richter Charles Breyer entschied in der Nacht zu Mittwoch (MEZ) bei einer Anhörung in San Francisco, dass Freeh als Sachverständiger nicht infrage komme, da seine Sicht der Dinge keine Relevanz für das weitere Verfahren habe.

VW hatte Freeh zuvor aufgrund einer gemeinsamen Vorgeschichte scharf kritisiert und Einspruch dagegen eingelegt, dass er als Experte beim Prozess aussagt. Der Ex-Leiter der US-Bundespolizei hatte Anfang 2016 mit dem Autobauer über einen Beratervertrag verhandelt. Später hatte er sich den Anwälten des Konzerns zufolge auch noch als "Monitor" beworben, der Auflagen der US-Behörden bei VW überwachen sollte.


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Keines der Engagements kam letztlich zustande - laut VW scheiterte eine Zusammenarbeit unter anderem an überzogenen Gehaltsforderungen des Ex-FBI-Chefs. Statt einer Kooperation folgte Jahre später ein Disput, bei dem VW Freeh Geheimnisverrat vorwarf - angeblich soll er Interna an Kläger weitergereicht haben. Freeh bestreitet dagegen, überhaupt jemals vertrauliche Informationen von VW erhalten zu haben.

Unterm Strich geht es vor dem US-Gericht derzeit aber ohnehin nur um einen kleinen Randschauplatz der "Dieselgate"-Affäre um manipulierte Abgaswerte zahlreicher Fahrzeuge aus dem VW-Konzern. Der aktuelle Prozess betrifft nur einen sehr kleinen Teil von US-Klägern, die die im Rahmen von milliardenteuren Vergleichen vereinbarten Entschädigungen von VW ablehnen, und vor Gericht mehr Geld erstreiten wollen.

rei/dpa

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