Freitag, 22. November 2019

VW trotzt Wettbewerbern US-Autokonjunktur geht langsam die Luft aus

In den USA

Die US-Amerikaner kauften auch im Juni deutlich weniger Wagen von General Motors, Ford und Fiat Chrysler. Toyota zog sogar an Fiat Chrysler vorbei. Volkswagen konnte seinen US-Absatz zweistellig steigern.

Der US-Automarkt ist für die großen Hersteller im Juni unterschiedlich gelaufen. Während ausländische Konzerne wie Toyota, Nissan und auch Volkswagen über Zuwächse berichteten, mussten die Platzhirsche GM, Ford und Fiat Chrysler Einbußen hinnehmen.

Nach Angaben von Experten versuchen die Autobauer den Absatz in einem sich abkühlenden Markt durch Preisnachlässe und längere Laufzeiten für Kredite zum Fahrzeugkauf anzukurbeln. Dem Internet-Automarkt Edmunds zufolge lagen die Laufzeiten im Juni mit durchschnittlich 69,3 Monaten so hoch wie nie zuvor. Grundsätzlich gaben die Käufer weiterhin Pickups und Crossover-Modellen den Vorzug gegenüber klassischen Limousinen.

Das scheint aber den Rückgang nicht nachhaltig stoppen zu können. Laut vorläufigen Zahlen des Fachblatts "Automotive News" wurden auf dem US-Markt im Juni 1,47 Millionen Neuwagen verkauft - das entspricht einem Rückgang von drei Prozent im Jahresvergleich. Auf Halbjahressicht ergibt sich ein Minus von 2,2 Prozent. Damit scheint sich zu bestätigen, was viele Analysten schon lange prognostizieren: Der lange Zeit boomenden US-Autokonjunktur die Luft aus.

Volkswagen verkaufte im Juni in den USA mit 23.377 Autos 15 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Für das erste Halbjahr ergibt sich damit ein Plus von 8,2 Prozent auf 161.238 Wagen. Im Gesamtjahr 2016 hatten die Wolfsburger wegen der Folgen des Dieselskandals noch einen Absatzeinbruch von 7,6 Prozent hinnehmen müssen.

Die VW-Tochter Porsche lieferte im Berichtsmonat 0,8 Prozent mehr Fahrzeuge aus. Audi konnte im abgelaufenen Monat mit 19.416 Fahrzeugen 5,3 Prozent mehr verkaufen, Mercedes/Smart kamen auf ein Plus von 1,1 Prozent auf 32.328 Stück. BMW meldete mit 28.962 Fahrzeugen ein Zuwachs von 107 Autos.

US-Marktführer General Motors wies für den abgelaufenen Monat einen Absatzrückgang von 4,7 Prozent auf 243.155 Fahrzeuge aus. Ford meldete ein Minus von 5,1 Prozent auf knapp 228.000. Bei Fiat Chrysler ging es um 7,4 Prozent auf 187.348 herab.

Toyota zieht im Juni an Fiat Chrysler vorbei

Da Toyota seinen Absatz um 2,1 Prozent auf 202.376 Fahrzeuge steigern konnte, zogen die Japaner in der Rangliste an Fiat vorbei und schoben sich auf Rang 3. Für das erste Halbjahr standen für die vier Hersteller dennoch ohne Ausnahme Rückgänge - GM verkaufte 1,7 Prozent weniger, Toyota 3,6, Ford 3,8 und Fiat Chrysler 6,7 Prozent. GM erklärte aber, der Markt dürfte sich im zweiten Halbjahr insgesamt besser entwickeln als im ersten.

Die Aktien der meisten Autobauer legten am Montag zu. Händler begründeten dies damit, dass der Absatz an Privatkunden im Juni relativ stabil blieb. Erwartet worden war ein Rückgang.

rei/Reuters/dpa

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung