Donnerstag, 27. Juni 2019

Bündnis der Autobauer VW und Ford verkünden Allianz bei leichten Nutzfahrzeugen

VW-Chef Herbert Diess, Ford-Chef Jim Hackett in Detroit: Allianz bei leichten Nutzfahrzeugen

Die globale Allianz des Autokonzerns Volkswagen Börsen-Chart zeigen mit dem US-Rivalen Ford Börsen-Chart zeigen bleibt zunächst auf die Sparte der leichten Nutzfahrzeuge beschränkt. Erster konkreter Schritt der Zusammenarbeit sei die geplante Entwicklung von Transportern und mittelgroßen Pick-ups ab 2022, bestätigten Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess und Ford-Chef Jim Hackett am Dienstag in Detroit.

Beide erwarten den Angaben zufolge ab 2023 operative Ergebnisverbesserungen. Eine Kapitalverflechtung der beiden Unternehmen sei nicht vorgesehen. Geprüft werde eine mögliche Zusammenarbeit bei Elektromobilität, autonomen Autos und Mobilitätsdiensten.

Bereits am Freitag hatte der Volkswagen-Aufsichtsrat einer grundsätzlichen Einigung über die geplante Kooperation zugestimmt. Ziel der Kooperation beim Bau leichter Nutzfahrzeuge ist es, Kosten zu sparen. Nach Einschätzung von Diess sind beide Hersteller in dem Segment jeweils zu klein, um eine weltweite Rolle spielen zu können.

Zusammen könnten die Autobauer Ausgaben für Forschung und Entwicklung teilen, auch könnten die Werke besser ausgelastet werden.

Zusammen haben beide Unternehmen 2018 insgesamt rund 1,2 Millionen leichte Nutzfahrzeuge weltweit abgesetzt. Damit wäre die Allianz laut VW die branchenweit volumenstärkste Zusammenarbeit in dem Segment. In den kommenden fünf Jahren werde Nachfrage nach mittelgroßen Pick-ups und Transportern weltweit steigen.

VW will von Ford in den USA profitieren, Ford von VW in Europa

Die Kooperation soll damit den Boden bereiten, um auch auf anderen Feldern voranzukommen und so die enormen Ausgaben beim Wandel von reinen Autobauern zu Mobilitätsanbietern zu teilen. Ford ist als zweitgrößter US-Hersteller stark auf seinem Heimatmarkt, während Volkswagen in Europa und China die Nase vorn hat. Die Amerikaner haben gerade angekündigt, ihr defizitäres Europageschäft zu sanieren und wollen Tausende Stellen streichen. Auch über Werksschließungen wird nachgedacht. Denkbar ist laut Diess, dass Volkswagen Kapazitäten von Ford in den USA nutzt und die Amerikaner umgekehrt von der Stärke von VW in Europa profitieren.

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Noch nicht soweit sind die Verhandlungen dagegen bei Roboterautos und der Elektromobilität. Hier wird weiter nachgedacht. So prüft Volkswagen Insidern zufolge eine Investition in die Ford-Sparte für autonomes Fahren. Umgekehrt ziehe der US-Konzern eine Lizenzierung des Elektrobaukastens MEB von Volkswagen in Betracht. Diess bekräftigte die Bereitschaft von VW, die Elektroplattform mit anderen zu teilen, um Größenvorteile zu erhalten. Je mehr batteriebetriebene Fahrzeuge auf einer Plattform stehen, desto günstiger werden sie. Um E-Mobile zu massentauglichen Preisen unter 20.000 Euro auf den Markt zu bringen, sind hohe Stückzahlen nötig.

la/dpa

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