Dienstag, 16. Juli 2019

Komplexität vereinfachen, Kosten sparen VW bündelt Software-Know-how in neuer Einheit

Christian Senger, Software-Vorstand bei Volkswagen (Bild Archiv)

Die Software im Autobau nimmt einen immer größeren Stellenwert ein. Allein in Autos der Marke Volkswagen sind bis zu 70 Steuergeräte mit Betriebssoftware von 200 Zulieferern integriert. Volkswagen will die Software-Architektur in den Fahrzeugen vereinfachen und seine Kompetenzen in einer neuen Einheit mit 5000 Digital-Experten bündeln.

Volkswagen will seine Software-Kompetenzen bündeln und ausbauen. In der neuen Einheit "Car.Software" sollen bis 2025 mehr als 5000 Digital-Experten zusammengefasst werden, kündigte VW am Dienstag an.

Im Zuge des steigenden Softwareanteils in den Fahrzeugen solle bis 2025 zudem der Eigenanteil der Software auf mindestens 60 Prozent von derzeit unter 10 Prozent ausgebaut werden. Derzeit sind allein in den Autos der Marke Volkswagen bis zu 70 Steuergeräte mit Betriebssoftware von 200 unterschiedlichen Zulieferern integriert.

Die Vernetzung der vielen Software-Einheiten im Auto gilt mittlerweile als die anspruchsvollste Aufgabe bei der Fahrzeugentwicklung. Volkswagen will daher die Software-Architektur in den Fahrzeugen vereinfachen. Durch eine Zusammenfassung von Systemen und die strikte Trennung von Soft- und Hardware sollen die Kosten bei Volkswagen Pkw um einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag sinken.

Volkswagen ID3: Das Elektroauto wird das erste Auto im Konzern sein, das auf einer neuen Software-Plattform basieren wird

"Wir sind Plattform-Profis in der Hardware und übertragen diese Kompetenz nun auf die Softwareentwicklung", erklärte Vorstandsmitglied Christian Senger. "Wir werden Software mit einheitlichen Basisfunktionen für alle Konzernmarken entwickeln und können damit die Komplexität enorm reduzieren." Das erste Auto, das auf der neuen Software-Plattform basieren werde, sei das Elektro-Serienmodell ID.3, das 2019 auf der IAA vorgestellt werden soll.

Senger ist Leiter der Baureihe e-Mobility und soll als neuer Markenvorstand sich nicht nur um die Softwareentwicklung der Marke VW kümmern, sondern diese Aufgaben für den gesamten Konzern übernehmen. Senger war seit 2016 bei Volkswagen auch verantwortlich für die Entwicklung des Modularen Elektrobaukastens MEB, auf dem die neuen E-Autos der ID-Familie stehen. Seine Laufbahn in der Autobranche begann er 1997 bei BMW, wo er ab 2010 für die Produktkonzepte des i3 und i8 verantwortlich war.

rei mit Reuters

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