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Details zu kommenden E-Modellen ab 2020: So sieht VWs Weg in die nahe Elektroauto-Zukunft aus

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44 Prozent mehr Gewinn bei VW Porsche und Skoda - die Gewinnbringer bei Volkswagen

Beim Dieselskandal hat Volkswagen wohl das Gröbste überstanden. Nun kommt der Konzern auch beim Gewinn kräftig in Schwung. Die Kernmarke VW arbeitet zusehends profitabler, doch liegen die Wettbewerber hier noch weit vorn. Markenchef Herbert Diess bläst zur Aufholjagd.

Sanierungsfortschritte bei der Hauptmarke VW sowie robuste Gewinne der meisten anderen Töchtern sorgten dafür, dass Volkswagen seinen Nettogewinn zu Jahresanfang um 44 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro steigerte. Der Umsatz legte trotz eines leichten Absatzrückgangs um 10 Prozent auf 56,2 Milliarden Euro zu.

"Das Quartalsergebnis ist ein weiterer Beleg, dass unser Konzern eine solide finanzielle Basis hat", erklärte Finanzvorstand Frank Witter. Jetzt zahle sich aus, dass Volkswagen stets Gewicht auf die Sicherung seiner Finanzkraft gelegt habe, fügte er mit Blick auf die Aufarbeitung der Dieselaffäre hinzu. Im laufenden Geschäftsjahr werde dafür ein zweistelliger Milliardenbetrag abfließen. Mit einer Netto-Liquidität im Automobilbereich von zuletzt 23,6 Milliarden Euro sieht sich Volkswagen dafür gerüstet.

Porsche und Skoda ragen unter den Töchtern heraus - Rückgang bei Audi

Unter den Pkw-Töchtern stach neben der Hauptmarke VW besonders deren tschechische Schwester Skoda hervor, die den Betriebsgewinn um fast ein Drittel steigerte. Porsche legte beim operativen Ergebnis um neun Prozent weiter. Lediglich bei Audi schrumpfte der Betriebsgewinn.

Die Sportwagentochter Porsche fuhr ein Umsatzplus von einem Prozent auf 5,04 Milliarden Euro ein, die Umsatzrendite legte von 17,2 auf 18,5 Prozent zu.

Skoda verdiente mit 415 Millionen Euro fast ein Drittel mehr. Bei der Premiumtochter Audi ging der Umsatz wegen Vertriebsproblemen in China um knapp ein Prozent auf 14,38 Milliarden Euro zurück, die Umsatzrendite sank auch wegen erhöhter Abschreibungen leicht auf 8,7 Prozent.

Der Wolfsburger Autokonzern hatte bereits vor zwei Wochen einen überraschend hohen Anstieg des Betriebsgewinns bekanntgegeben und dafür Applaus an der Börse erhalten. Das operative Ergebnis legte um 27 Prozent auf knapp 4,4 Milliarden Euro zu. Grund waren vor allem Verbesserungen bei der Marke VW. Deren Betriebsgewinn vervielfachte sich binnen Jahresfrist auf 869 (Vorjahr 73) Millionen Euro. Bei der Gelegenheit hatte Volkswagen auch den Ausblick bekräftigt.

Bei der Rendite fährt VW den Wettbewerbern noch hinterher

VW-Markenchef Herbert Diess arbeitet derzeit mit Hochdruck daran, die Ertragskraft zu steigern und die Hauptmarke fit für den Umstieg in die Elektromobilität zu machen. Im ersten Quartal kletterte die operative Rendite von VW auf 4,6 Prozent. Das ist deutlich mehr als vor Jahresfrist, als bei VW wegen der Dieselkrise nur 0,3 Prozent vom Umsatz als Gewinn übrig geblieben waren.

Auch nach dem Renditeanstieg fährt VW bei der Ertragskraft noch hinter der Konkurrenz her. Den Ton unter den Massenherstellern geben die künftige Opel-Mutter Peugeot, deren Lokalrivale Renault und der japanische Autobauer Toyota an. Noch besser schneiden Oberklasseautobauer wie Daimler und BMW ab.

Die Marke VW, die zudem die Hauptlast bei der Aufarbeitung des Dieselskandals schultern muss, soll nun zur Aufholjagd ansetzen. Bis 2020 peilt Markenchef Herbert Diess eine operative Rendite von 4 Prozent an. Bis 2025 soll die Gewinnmarge weiter auf sechs Prozent klettern. Analysten trauen VW sogar mehr zu.

Im April verlieren in den USA alle - nur Volkswagen nicht

Tendenziell erfreuliche Nachrichten kamen in der Nacht aus den USA: Dort konnte Volkswagen im Gegensatz zu den meisten anderen Wettbewerbern seinen Autoabsatz in einem fallenden Markt leicht steigern. Im April, der einen Verkaufstag weniger hatte als im Vorjahr, legte der VW-Absatz im Vergleich zum Vorjahreswert zwar nur noch um 1,6 Prozent auf 27.557 Autos zu. Dem Analysehaus Autodata zufolge sanken die Absatzzahlen der Branche im April im Jahresvergleich aber um 4,7 Prozent auf 1,43 Millionen verkaufte Neuwagen.

Das schwierige Marktumfeld bekamen auch zwei große deutsche Anbieter deutlich zu spüren. Mercedes-Benz verkaufte und 7,9 Prozent weniger Autos mit dem Stern als als ein Jahr zuvor. Konkurrent BMW , der in den USA schon länger schwächelt, erlitt einen Absatzrückgang um 12,2 Prozent auf 26 105 Autos.

Beim US-Marktführer GM gingen die Verkäufe um 5,8 Prozent zurück, doch auch Rivale Ford (-7,2 Prozent) und Fiat Chrysler (-6,6 Prozent) und Toyota (-4,4 Prozent) mussten Federn lassen.

Rei/Reuters/dpa