Mittwoch, 27. Mai 2020

Der große Hochlauf nach gut sechs Wochen Zwangspause VW schaltet in Wolfsburg die Bänder wieder an

Am heutigen Montag fährt VW an seinem Stammsitz in Wolfsburg die Produktion langsam wieder an. Es gelten jetzt strengere Hygienekonzepte, Abstandsregeln und kürzere Reinigungsintervalle. Auch die Schichtpläne wurden verändert.
Julian Stratenschulte/ DPA
Am heutigen Montag fährt VW an seinem Stammsitz in Wolfsburg die Produktion langsam wieder an. Es gelten jetzt strengere Hygienekonzepte, Abstandsregeln und kürzere Reinigungsintervalle. Auch die Schichtpläne wurden verändert.

Nach fast eineinhalb Monaten Zwangspause in der Corona-Krise fährt der weltgrößte Autobauer Volkwagen am heutigen Montag die Autoproduktion auch an seinem Stammsitz in Wolfsburg wieder langsam an. Im sächsischen Zwickau, wo das neue E-Modell ID.3 gefertigt wird, sowie bei den SUVs und Kleinwagen in Bratislava (Slowakei) hatte das Unternehmen kürzlich schon mit dem Neustart begonnen. Neben Wolfsburg sollen nun Hannover und Emden sowie weitere Standorte in Europa hinzukommen.

Während der Unterbrechung - Mitte März ausgelöst durch die eingebrochene Autonachfrage, weltweit gekappte Lieferketten und Ansteckungsrisiken in den Fabriken - hatte VW nur kleine Bereitschaftsteams in den Werken gehalten. Sie bereiteten eine vorsichtige Wiederaufnahme des Betriebs vor. Nun greifen strengere Hygienekonzepte, Abstandsregeln und kürzere Reinigungsintervalle. Zudem sollten Schichtpläne umgebaut werden, um übergangsweise weniger Mitarbeiter zur gleichen Zeit im gleichen Raum zu haben.

Kernmarken-Geschäftsführer Ralf Brandstätter, Personalvorstand Gunnar Kilian, Kernmarken-Produktionschef Andreas Tostmann und Betriebsratschef Bernd Osterloh wollen Details hierzu erläutern. Auch Niedersachsens Ministerpräsident und VW-Aufseher Stephan Weil (SPD) wird am Montag zur Frühschicht des ersten Produktionstages erwartet.

In China sind alles Standorte wieder aktiv

Die deutschen Komponentenwerke (Braunschweig, Salzgitter, Kassel) haben ihren Betrieb mit gruppeninternen Zulieferungen ebenfalls schon wieder zum Großteil aufgenommen. In China sind alle Standorte zurück am Netz.

"Gesundheit geht vor Stückzahl", hatte am vorigen Donnerstag der Geschäftsführer Technik und Logistik bei Volkswagen Sachsen, Reinhard de Vries, zum Start in Zwickau erklärt. Dort werden vorerst in nur einer Schicht pro Tag 50 Fahrzeuge gefertigt - ein Drittel der bisherigen Menge. Die neuen Produktionsregeln sollen sich erst einmal einspielen. Auch im Motorenwerk Chemnitz fährt VW den Betrieb etappenweise hoch. Die Gläserne Manufaktur in Dresden, wo seit Donnerstag wieder Autos ausgeliefert werden, folgt ebenfalls heute.

Die Lkw- und Bus-Tochter MAN in München startet desgleichen am Montag. Das VW-US-Werk Chattanooga (Tennessee) kehrt ab dem 3. Mai aus der Pause zurück. Im Gegensatz zu Deutschland, wo für Zehntausende Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet worden war, galt für die US-Kollegen zuletzt meist unbezahlter Zwangsurlaub. Anfang Mai sollen Fabriken in Lateinamerika und Südafrika den Betrieb aufnehmen.

rei/dpa

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