Einigung über VW-Haustarifvertrag Haustarif steht - 4,8 Prozent mehr Lohn

120.000 Beschäftigte des vom Abgas-Skandal gebeutelten VW-Konzerns erhalten spürbar mehr Geld. Gewerkschaft und Arbeitgeber einigten sich auf einen neuen Haustarif. Die hart umkämpfte Altersteilzeitregel wird bis 2022 verlängert
Mit Demonstrationen begleiteten Zehntausende VW-Mitarbeiter wie hier in Wolfsburg die Verhandlungen um den VW-Haustarif

Mit Demonstrationen begleiteten Zehntausende VW-Mitarbeiter wie hier in Wolfsburg die Verhandlungen um den VW-Haustarif

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Die Tarifeinkommen bei Volkwagen steigen in einem ersten Schritt von September an um 2,8 Prozent und ab August nächsten Jahres um weitere 2 Prozent. Damit kopiert Volkswagen im Wesentlichen die jüngst erfolgte Einigung im Flächentarif der Metallbranche.

Statt einer Einmalzahlung von 150 Euro fließen im VW-Haustarif jedoch in diesem Jahr 200 Euro als Zuschuss für die Rente, wie die IG Metall und die VW-Arbeitgeber am Freitagvormittag in Hannover mitteilten. Der neue Vertrag greift bis Ende Januar 2018 und ist mit 20 Monaten Laufzeit einen Monat kürzer als in der Fläche.

Knackpunkt bei dem von der Abgaskrise erschütterten Wolfsburger Autobauer war bis zuletzt die Verlängerung des auslaufenden Tarifvertrags zur Altersteilzeit. Auch hier einigten sich die Verhandlungspartner und verlängerten die Altersteilzeitregel bis zum Jahr 2022.

Altersteilzeitregel bis zum Jahr 2022 verlängert

Davon profitieren die Jahrgänge 1967 und älter. VW-Personalvorstand Karlheinz Blessing sagte, die neue Altersteilzeitregelung sei nun individueller zuzuschneiden auf den Bedarf des Unternehmens und erhöhe so die Flexibilität. "Das ist eine wesentliche Voraussetzung zur Steigerung unserer Wettbewerbsfähigkeit", sagte Blessing.

Die Ergebnisse waren mit Spannung erwartet worden, vor allem weil der Konzern mit der Diesel-Affäre in seiner größten Krise steckt. Zu den Kosten des Abschlusses sagte IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine: "Von seinem Gesamtvolumen her entspricht der Abschluss dem der Fläche." In schwierigen Zeiten bei VW sei das ein guter Kompromiss.

Der VW-Haustarif ist Deutschlands größter Firmentarif und eine historisch gewachsene Sonderregelung; 1950 gab es erste Verträge mit der IG Metall. Der Haustarif gilt in den sechs westdeutschen VW-Werken Emden, Hannover, Wolfsburg, Salzgitter, Braunschweig und Kassel sowie bei der Finanztochter aus Braunschweig. Die 120.000 Mitarbeiter repräsentieren jede fünfte Stelle im Konzern.

Die Haustarifentgelte bei VW liegen laut der IG Metall allenfalls leicht über Niedersachsens Flächentarifniveau. Die Einkommen im VW-Haustarif reichen von etwa 2000 bis zu gut 6000 Euro brutto pro Monat. In guten Zeiten bekommen VW-Haustarifler Gewinnbeteiligungen./

Die VW-Konkurrenten Daimler und BMW , aber auch die VW-Konzerntöchter Audi und Porsche, zahlen hingegen nach IG-Metall-Flächentarifvertrag.

rei/dpa

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