Hans Dieter Pötsch: Prämie für Wechsel in Aufsichtsrat VW-Aufsichtsratschef sichert sich 20 Millionen Euro Handgeld

Von mm-newsdesk
Volkswagen-Aufsichtsratsvorsitzender Hans Dieter Pötsch

Volkswagen-Aufsichtsratsvorsitzender Hans Dieter Pötsch

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Der Aufsichtsratsvorsitzende des strauchelnden VW-Konzerns, Hans Dieter Pötsch, liefert seinen Gegnern neue Argumente: Bei seinem Wechsel vom VW-Vorstand auf den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden im Oktober 2015 hat sich der Österreicher offenbar deutlich mehr Geld garantieren lassen als bislang bekannt. Nach Informationen des Magazins DER SPIEGEL sind es insgesamt knapp 20 Millionen Euro.

Auf diese Rekordsumme kam der 65-Jährige dem Bericht zufolge nur durch einen Trick. Als Grundlage für die Berechnung der möglichen Einkünfte bis zum Jahr 2017, bis zu dem Pötschs Vorstandsvertrag noch lief, seien die Geschäftszahlen von 2014 genommen worden. Dies war das bislang erfolgreichste Jahr in der VW-Geschichte. Pötsch wurden laut SPIEGEL für die Jahre 2015 bis 2017 deshalb 19,7 Millionen Euro garantiert.

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Auf Anfrage des SPIEGEL habe er mitgeteilt: "Weder die konkrete Entwicklung des Geschäftsjahres 2015 und schon gar nicht der Jahre 2016 und 2017 waren zum Zeitpunkt der Entstehung des Auflösungsvertrags absehbar."

Die konkreten Zahlen waren tatsächlich nicht bekannt. Aber als der 20-Millionen-Vertrag ausgehandelt wurde, war absehbar, dass das Jahr 2015 deutlich schlechter werden würde. VW steckte wegen des Dieselskandals, wie Pötsch selbst sagte, in einer "existenzbedrohenden Krise". Der Konzern hatte bereits eine Rückstellung über 6,7 Milliarden Euro gebildet, inzwischen gilt eine Aufstockung auf mindestens 16 Milliarden Euro als sicher .

Als in den vergangenen Tagen über einen Bonus-Verzicht der VW-Vorstände wegen der Abgas-Affäre diskutiert wurde, flackerte auch die Sonderzahlung an Pötsch schon einmal durch die Öffentlichkeit. Genannt wurden damals allerdings lediglich Summen von bis zu 15 Millionen Euro. Pötsch äußerte sich dazu nicht.

Pötsch sieht sich in seinem neuen Job eh grundsätzlicher Skepsis gegenüber. Als Chefkontrolleur soll er die Diesel-Affäre aufklären - persönlich allerdings war er als Finanzchef von 2003 bis 2015 Mitglied des Vorstands, unter dessen Führung der Skandal sich entwickelte.

Wochit / manager-magazin.de
Redaktionell bearbeitet von Sven Clausen, mm-newsdesk
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