Verkaufsplus in Wolfsburg VW trotzt Abgasskandal und übertrifft Erwartungen

Viele Neuwagenkäufer lässt der Dieselskandal offenbar kalt: Volkswagen verkauft im ersten Halbjahr 2016 mehr Autos als erwartet und hält Toyota auf Abstand. Daimler und BMW können aufholen.
Produktion des VW Golf in Wolfsburg

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Diesel-Skandal, war das was? Im ersten Halbjahr hat Volkswagen erneut mehr Autos verkauft als der ärgste Rivale Toyota.

Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, liegen die Verkaufszahlen sogar noch über den Schätzungen, die Experten im Vorfeld abgegeben hatten. So hat Volkswagen den Absatz im Juni vor allem dank hoher Zuwächse in China kräftig gesteigert. Im vergangenen Monat kletterten die weltweiten Auslieferungen um 5,1 Prozent auf 883.400 Fahrzeuge, wie der Konzern mitteilte. Seit Jahresbeginn kletterten die Verkaufszahlen um 1,5 Prozent auf 5,1 Millionen Fahrzeuge.

Das Center of Automotive Management (CAM) hatte zuvor erwartet, dass der Zwölf-Marken-Konzern bis Ende Juni 5,04 Millionen Fahrzeuge verkauft hätte, ein Plus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Volkswagen profitierte laut den Experten besonders vom guten Umfeld in Westeuropa und China. Toyota lag mit einem Absatz von 4,99 Millionen Pkw (plus 1,0 Prozent) knapp dahinter, wie die Auswertung ergab.

Auf Platz drei rangiert der Studie zufolge General Motors (GM) mit 4,77 Millionen verkauften Autos (minus 1,8 Prozent). Hyundai/Kia folgt mit klarem Abstand (weniger als 4 Millionen Verkäufe im erstem Halbjahr) hinter den Top drei aus Deutschland, Japan und USA.

Kräftig zulegen konnten laut der Vorausberechnung die drei deutschen Premiumhersteller Daimler (10,3 Prozent), BMW (5,8 Prozent) und Audi (+5,6 Prozent). Daimler dürfte demnach BMW 2016 wieder überholen.

Für das gesamte Jahr 2016 erwarten die Experten ein Branchenwachstum von zwei Prozent weltweit. Das entspricht 78 Millionen verkauften Neuwagen. Zu den wachstumsstärksten Regionen dürften China und die USA zählen. Dahinter folgt Westeuropa, wobei der Brexit im zweiten Halbjahr das Wachstum bremsen dürfte. Problematisch sehen die Fachleute die Lage in Brasilien (minus 23 Prozent), Russland (minus 13 Prozent) und auch in Japan, wo die Verkäufe 2016 lediglich stagnieren sollen.

nis/cr/rtr
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