Mittwoch, 22. Mai 2019

Volkswagen und Daimler melden Engpässe Gefangen in der deutschen Elektroauto-Produktionshölle

Gläserne Manufaktur in Dresden: Hier entsteht der E-Golf - in kleinen Stückzahlen
Volkswagen AG
Gläserne Manufaktur in Dresden: Hier entsteht der E-Golf - in kleinen Stückzahlen

3. Teil: Gebrauchtwagenmarkt reagiert eindeutig auf die Elektroauto-Knappheit

Der aktuelle Mini-Boom deutet aber an, dass sich eine massive Industrialisierung von Elektroautos lohnen könnte, wenn damit auch die Preise sinken. Seit Staat und Hersteller Batteriefahrzeuge mit Umweltbonus und Eintauschprämien um mitunter 10.000 Euro billiger machen, sei das Geschäft merklich angezogen, sagt der Geschäftsführer des Onlinehändlers Meinauto.de, Alexander Bugge, gegenüber manager-magazin.de. "Das hat den E-Golf auf das Preisniveau eines normalen Golfs gebracht." Statt einst 35.000 Euro zahlen Kunden oft nur noch 25.000 Euro.

Die Zahl der Anfragen für Fahrzeuge Elektro- oder Hybridantrieb habe sich in einem Jahr fast verfünffacht. Besonders attraktiv seien günstige Leasingangebote, bei denen sich die Fahrer nicht um die Haltbarkeit der Batterie sorgen müssen.

"Elektroautos sind kein Luxusspielzeug mehr", sagt Smart-Verkaufsberater Andreas Sperling aus Esslingen bei Stuttgart. Etwa 40 Prozent der von seinem Autohaus übergebenen Wagen führen elektrisch.

Zahl der E-Auto-Zulassungen hat sich zuletzt verdoppelt

Trotz der Engpässe hat sich die Zahl der E-Auto-Zulassungen zuletzt verdoppelt. Im vergangenen Jahr stellten die Behörden Papiere für gut 54.000 reine Batterieautos sowie Plugin-Hybride aus, die sich ebenfalls an der Steckdose laden lassen.

"Mehr Elektroautos können in Deutschland kaum zugelassen werden, weil sie nicht auf dem Markt sind", sagt Bugge. Bei Gebrauchtwagen sei das Angebot bereits stark rückläufig, heißt es beim Portal mobile.de.

Volkswagen hat bereits reagiert und verdoppelt die E-Golf-Produktion in Dresden. Ab März sollen 70 statt bisher 35 Fahrzeuge am Tag die Gläserne Manufaktur verlassen. "Angesichts von 45 Millionen Autos auf unseren Straßen ist das immer noch zu wenig", sagt der Hamburger Autohändler Glathe.

Immerhin: Zusammen mit den in Wolfsburg gefertigten E-Golfs könnte sich die Zahl auf 120 bis 155 erhöhen, wie Daten des Fachdienstes AID nahelegen. Volkswagen will die Zahlen nicht kommentieren. Ein Unternehmenssprecher betonte zudem gegenüber manager-magazin.de, der E-Golf sei grundsätzlich in diesem Jahr noch bestellbar.

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