China und Asien beflügeln Autoabsatz Goldener Oktober für Volkswagen und BMW

Fahrzeuge als deutscher Exportschlager: Das Prinzip funktioniert noch immer - doch im Amerika derzeit etwas schleppend

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Volkswagen hat den Absatz trotz des Dieselskandals weiter gesteigert. Im Oktober rollten rund um den Globus 870.300 Fahrzeuge des Zwölf-Markenkonzerns zu den Kunden, 4,7 Prozent mehr als vor Jahresfrist, teilte der Konzern am Freitag mit. Besonders stark legten die Auslieferungen im Oktober mit einem Plus von 16,6 Prozent in China zu. Dadurch konnte Volkswagen Rückgänge in anderen Regionen wettmachen.

In den USA, wo vor gut einem Jahr die Abgasmanipulation bei Dieselautos aufgeflogen war, sanken die Verkäufe um 9,5 Prozent, in Südamerika um ein Drittel. In Europa legten sie dagegen leicht zu (plus 0,9 Prozent).

Unter den Marken war besonders die tschechische VW-Tochter Skoda erfolgreich, die ihre Auslieferungen um 10,6 Prozent steigerte. Dagegen wuchs der Absatz der Oberklassetochter Audi mit plus 1,2 Prozent kaum. Die Hauptmarke VW Pkw legte um 4,4 Prozent zu, ihre spanische Schwester Seat kam auf ein Absatzplus von 5,4 Prozent. Ähnlich stark legte Porsche zu. Am stärksten wuchs der Absatz der VW-Transportersparte mit plus 14,3 Prozent.

Seit Jahresbeginn verkaufte Volkswagen weltweit knapp 8,5 Millionen Fahrzeuge aller Marken, plus 2,6 Prozent. Rechnerisch käme der Konzern im Gesamtjahr damit auf 10,17 Millionen Fahrzeuge.

BMW leidet stärker unter der Marktschwäche in den USA

Trotz Absatzeinbruch in den USA hat auch BMW im Oktober weltweit mehr Autos verkauft. Dank guter Geschäfte in Europa und Asien legten die Auslieferungen des Konzerns um 2,3 Prozent zu auf 196.002 Fahrzeuge.

Der Oberklasse-Hersteller leidet im Vergleich zu seinen Rivalen stärker unter der Marktschwäche in den USA; Rabattschlachten im weltweit zweitgrößten Pkw-Markt nach China drücken zudem auf die Rendite. In den USA fielen die Verkaufszahlen im Oktober allerdings deutlich um 16,6 Prozent auf unter 28.000 Autos.

In Europa legten die Auslieferungen um 6,4 Prozent auf fast 91.000 Autos zu, in Asien um 6,6 Prozent auf 63 000 Autos. Auf niedrigem Niveau deutlich gewachsen ist die Nachfrage nach Elektroautos. BMW verkaufte im Oktober fast 3600 Plug-in-Hybride und 2400 Batterieautos i3.

Was bedeutet das für die Rangfolge von Audi, BMW und Mercedes?

Weil Mercedes in den Vereinigten Staaten nur ein kleines Minus verbuchte und auch in China deutlich kräftiger wuchs als die Konkurrenz, lagen die Schwaben im Vergleich der drei Marken im Oktober vorn: Mercedes verkaufte weltweit fast 174.000 Fahrzeuge (plus 11,5 Prozent), BMW 166.805 (plus 1,1 Prozent), Audi 150.950 (plus 1,2 Prozent).

Bezogen auf die ersten zehn Monate des Jahres war die Reihenfolge gleich: Mercedes mit 1,71 Millionen Pkw vorn, die Marke BMW auf Platz 2 mit fast 1,65 Millionen, Audi dahinter mit knapp 1,56 Millionen verkauften Autos.

Ob BMW übers ganze Jahr 2016 gesehen den führenden Platz in der Premiumklasse, den die Münchner seit 2005 innehaben, verteidigen kann, wollte Konzernchef Harald Krüger jüngst nicht vorhersagen.

Man müsse den Absatz des gesamten Konzerns betrachten - also die drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce zusammen. Hier lagen die Münchner im Oktober mit 1,94 Millionen verkauften Autos (plus 5,8 Prozent) vor Daimler mit knapp 1,83 Millionen ausgelieferten Pkw der beiden Marken Mercedes-Benz und Smart. Audi lag auf Platz 3; bei den Ingolstädtern ist vom Kampf um die Premiumkrone derzeit ohnehin nichts zu hören - sie kämpfen wie ihr Mutterkonzern VW mit den Folgen des Dieselskandals.

got/reuters/dpa
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