Krieg in der Ukraine Volkswagen und Porsche stoppen Geschäfte in Russland

Nach Mercedes-Benz ziehen Volkswagen und die Tochter Porsche Konsequenzen aus Russlands Angriffskrieg in der Ukraine. VW stellt die Fertigung in Russland ein und stoppt wie Porsche auch den Export dorthin.
Weitere Sanktion gegen Russlands Präsident Wladimir Putin: Der gesamte Volkswagen-Konzern stellt die Geschäfte in und mit Russland vorübergehend ein

Weitere Sanktion gegen Russlands Präsident Wladimir Putin: Der gesamte Volkswagen-Konzern stellt die Geschäfte in und mit Russland vorübergehend ein

Foto: Sergei Chirikov/ AP

Der Autobauer Volkswagen sowie die Sportwagen-Tochter Porsche setzen ihr Russland-Geschäft wegen des Krieges in der Ukraine aus. "Vor dem Hintergrund des russischen Angriffs hat der Konzernvorstand entschieden, die Produktion von Fahrzeugen in Russland bis auf Weiteres einzustellen", teilte Volkswagen am Donnerstag. Auch Exporte in die Russische Föderation würden jetzt "mit sofortiger Wirkung gestoppt".

Auch Porsche habe aufgrund der aktuellen Lage die Auslieferung von Fahrzeugen nach Russland mit sofortiger Wirkung gestoppt, sagte ein Porsche-Sprecher in Stuttgart. Im Jahr 2021 lieferte Porsche insgesamt 6262 Fahrzeuge nach Russland aus. Der Sprecher sagte: "Wir hoffen weiterhin auf eine Einstellung der Kampfhandlungen und eine Rückkehr zur Diplomatie."

VW betreibt in Kaluga südwestlich von Moskau und im weiter östlich gelegenen Nischni Nowgorod eine eigene Autofertigung. An beiden Standorten werde die Produktion nun vorerst beendet, teilte das Unternehmen mit. Ebenso sollen keine Autos von Marken aus der VW-Gruppe mehr nach Russland ausgeführt werden. "Mit der weitgehenden Unterbrechung der Geschäftstätigkeit zieht der Konzernvorstand die Konsequenzen aus der von starker Unsicherheit und den aktuellen Verwerfungen geprägten Gesamtsituation", erklärten die Wolfsburger.

In anderen Ländern hatten die Folgen des Angriffs auf die Ukraine die Produktion von Autobauern bereits ausgebremst – auch bei VW. So gibt es nach der Corona- und Chipkrise weitere größere Arbeitsausfälle in Werken wie Zwickau, Wolfsburg oder Hannover, weil Zulieferteile etwa aus der Westukraine fehlen. "Unsere Taskforce arbeitet weiterhin bereichs- und markenübergreifend an Lösungen", hieß es zuletzt.

"Der Krieg in der Ukraine bestürzt uns alle", schrieben Einkaufschef Murat Aksel, Personalvorstand Gunnar Kilian und Betriebsratschefin Daniela Cavallo in einem Brief an die Belegschaft. "Nach dem russischen Angriff hofft Volkswagen auf eine schnelle Einstellung der Kampfhandlungen und eine Rückkehr zur Diplomatie." Vorstandschef Herbert Diess hatte schon in der vergangenen Woche "mit großer Sorge und Bestürzung" auf den Beginn des Krieges reagiert.

mg, rei/Reuters, dpa-afx