Rosa García Piñeiro Neue Aufpasserin soll Volkswagens Batteriegeschäft sauber halten

Die PowerCo ist eines der zentralen Zukunftsversprechen des Volkswagen-Konzerns. Die Gesellschaft soll die Batteriezellen für Millionen Elektroautos bauen. Rosa García Piñeiro wird darüber wachen, dass alles grün und nachhaltig läuft.
Giga-Batterieträume: Volkswagen plant mit mindestens sieben Akkufabriken

Giga-Batterieträume: Volkswagen plant mit mindestens sieben Akkufabriken

Foto: Stefan Warter

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Ausreichend Erfahrung im Kampf für Nachhaltigkeit in Industriekonzernen dürfte Rosa García Piñeiro mitbringen, wenn sie künftig auch über Volkswagen wacht. Als eine ihrer Lieblingsgeschichten gilt die der strickenden Frauen an einer Mine im südwestaustralischen Anglesea. Sie setzten sich auf Klappstühlen vor die Anlage des amerikanischen Alcoa-Konzerns und protestierten gegen die Umweltverschmutzung dort. Das Ergebnis: der Protest ging viral, Alcoa knickt ein und schloss die Mine 2015.

Piñeiros Lehre: wer nicht auf Nachhaltigkeit setzt, verliert.

Die studierte Industrie- und Umweltingenieurin García Piñeiro arbeitet seit mehr als 20 Jahren für Alcoa, einen der größten Aluminiumhersteller der Welt. Aktuell ist die Spanierin Vice President für Nachhaltigkeit; zudem leitet sie seit November 2016 die Alcoa Stiftung. Und Volkswagens Technik-Vorstand Thomas Schmall (58) gewann sie jetzt als Aufsichtsrätin für die Konzerntochter PowerCo. Schmall lobte in einem LinkedIn-Post  García Piñeiro für ihre Öko-Bemühungen bei Alcoa: Der US-Konzern biete "das kohlenstoffärmste Aluminium-Raffinationsverfahren der Welt".

Die Spanierin komplettiert den nun zwölfköpfigen PowerCo-Aufsichtsrat. Mit ihr steige die Frauenquote in dem Gremium über 40 Prozent, freute sich Aufsichtsratschef Schmall am Dienstag. García Piñeiro soll künftig darüber wachen, dass die VW-Gigafabriken - geplant sind mindestens sieben - saubere Batteriezellen produzieren. Die Wolfsburger wollen grüne Elektroautos verkaufen. Wenig wäre schlimmer als etwa ein Skandal um Kinderarbeit in Rohstoffminen.

Der Fokus auf die PowerCo ist immens. Zur Grundsteinlegung der ersten Batteriezellenfabrik "SalzGiga" war Anfang Juli sogar Bundeskanzler Olaf Scholz (64, SPD) nach Salzgitter gekommen. Der niedersächsische Standort steht exemplarisch für die Transformation des Autobauers. Heute werden dort Tausende Benzin- und Dieselmotoren am Tag gefertigt. Ab 2025 soll Salzgitter dann vor allem für die Produktion von Batteriezellen stehen.

Die Zellproduktion soll möglichst identisch in den weiteren Fabriken ausgerollt werden; möglichst effiziert - und inclusive Recycling auch möglichst sauber. Ende des Jahrzehnts soll die PowerCo Akkus für bis zu fünf Millionen Elektroautos pro Jahr bauen. Schmall und Noch-Konzernchef Herbert Diess (63) waren gerade erst in Kanada, um die Rohstoffversicherung der PowerCo abzusichern.

Rose García Piñeiro hält neben ihren beiden Ingenieurs-Masterabschlüssen auch einen MBA der Universität Genf und einen Masterabschluss in Rohstoffhandel. Neben Spanisch spricht sie Englisch, Portugiesisch und Französisch. Zusätzlich zu ihrem Hauptjob bei Alcoa sitzt sie auch im Aufsichtsrat des spanischen Stahlproduzenten Acerinox.

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