Teileversorgung bessert sich Produktion in VW-Werken läuft wieder an

Die Teileversorgung bei Volkswagen entspannt sich etwas. Das Stammwerk Wolfsburg produziert ab Montag im Einschichtbetrieb, das E-Autowerk in Zwickau nimmt Anfang April die Arbeit auf. Andere Werke sind noch von Engpässen betroffen.
Volkswagen Wolfsburg: Im Stammwerk will der Konzern die Produktion wieder hochfahren

Volkswagen Wolfsburg: Im Stammwerk will der Konzern die Produktion wieder hochfahren

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Swen Pförtner / dpa

Bei VW entspannt sich die Versorgung mit Kabelbäumen etwas. Im Stammwerk in Wolfsburg solle die Produktion Anfang kommender Woche mit einer Schicht wieder anlaufen, sagte Marken-Produktionsvorstand Christian Vollmer am Mittwoch anlässlich der Bilanzpräsentation 2021. Übernächste Woche solle der Zwei-Schichtbetrieb aufgenommen werden. In Zwickau werde ab Anfang April wieder produziert. Das sächsische Werk, in dem Elektro-Autos der ID-Familie gebaut werden, hatte als erstes die Bänder wegen der ausbleibenden Lieferung von Bordnetzen anhalten müssen. Andere Werke sind noch von Engpässen betroffen.

Autobauer wie Volkswagen und BMW beziehen Kabelbäume aus Osteuropa, im Wesentlichen aus der Ukraine, Rumänien und Moldawien, wo die Löhne niedrig sind. Die komplexen Bordnetze, ohne die kein Auto auskommt, werden außerdem in Marokko und Tunesien hergestellt. Der Bezug aus der Ukraine war durch den Krieg weitgehend wegfallen, woraufhin VW und andere Hersteller die Produktion drosseln mussten. Einen Teil der ausgefallenen Lieferungen gleicht Volkswagen durch den Bezug aus anderen Ländern aus.

Lage in China bleibt wegen Corona volatil

Während Kabelstränge hierzulande knapp sind, stockt in China die Produktion wegen Einschränkungen bei der Bekämpfung der neu aufgeflammten Corona-Pandemie. Eine Sprecherin von VW in China teilte mit, wegen der sich ständig ändernden Situation plane man auf täglicher Basis. Nach dem Produktionsstopp seit Wochenbeginn im Werk Changchun sollten die Bänder dort als Vorsichtsmaßnahme einen weiteren Tag stillstehen.

VW-China-Chef Stephan Wöllenstein (58) hatte zuvor ein Wiederanlaufen bereits für Donnerstag in Aussicht gestellt. In Shanghai solle nach zweitägiger Unterbrechung am Donnerstag wieder produziert werden. Wöllenstein sagte in der Videokonferenz zur Bilanzpräsentation weiter, er gehe davon aus, dass die ausgefallene Produktion zeitnah wieder aufgeholt werden könne. Die Situation in dem Land sei volatil, aber beherrschbar. "Also, etliche Feinsteuerung, aber im Moment keine Krise."

Angesichts der weltweiten Lieferengpässe, von denen neben Kabelbäumen nach wie vor auch Halbleiter betroffen sind, hält sich VW mit einer konkreten Geschäftsprognose zurück. Die Hauptmarke des Wolfsburger Konzerns stellte für das laufende Jahr zwar eine Steigerung des operativen Ergebnisses, des Umsatzes und der Rendite in Aussicht, war dabei aber sehr viel unkonkreter als der Konzern, der seine Zahlen am Dienstag präzisiert hatte.

Wie der Konzern macht auch dessen Kernmarke die weitere Entwicklung von den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die Lieferketten und die Weltwirtschaft insgesamt abhängig. Zum jetzigen Zeitpunkt bestehe das Risiko, dass sich die jüngsten Entwicklungen in der Ukraine negativ auf die Geschäftstätigkeit auswirkten, hieß es.

Während die Auslieferungen von VW im vergangenen Jahr um 8 Prozent sanken, kletterte der Umsatz um fünf Milliarden Euro oder 7 Prozent auf 76 Milliarden Euro. Das lag daran, dass wegen des Halbleitermangels mehr höhermargige Fahrzeuge verkauft wurden. Weil VW gleichzeitig die Fixkosten deutlich senkte, sprang ein sattes Gewinnplus heraus: Das operative Ergebnis der Kernmarke VW verfünffachte sich auf 2,5 Milliarden Euro.

rei/Reuters
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