Samstag, 30. Mai 2020

Komplexe Produktionsabläufe Fertigung bei VW ins Stocken geraten

VW-Werk in Wolfsburg: "Vielfalt der Fahrzeugvarianten zu hoch"

Noch mehr Ärger für VW: Neben der Abgasaffäre machen dem Autohersteller laut einem Medienbericht Probleme in der Produktion zu schaffen. Besonders bei einem Modell sind demnach teure Nachbesserungen nötig.

Zusätzlich zur Aufarbeitung der Abgasaffäre hat Volkswagen einem Bericht zufolge mit einer stockenden Fertigung am Stammsitz Wolfsburg zu kämpfen. "Die Produktion ist zu komplex, die Vielfalt der Fahrzeugvarianten zu hoch", zitierte die Zeitung "Welt am Sonntag" einen Insider aus dem Konzern.

Nach Informationen des Blattes soll von den Verzögerungen vor allem die neue Ausgabe des VW Touran betroffen sein. Die Rede ist von teuren Nachbesserungen und erheblichen Problemen beim Anlauf. Die zweite Baureihe des Familienwagens wird erstmals auf dem Modularen Querbaukasten (MQB) gefertigt.

Auf der Plattform basieren unter anderem bereits der VW Golf, der VW Passat sowie weitere Modelle der Konzerntöchter Audi, Skoda und Seat. Durch die Vereinheitlichung will Volkswagen eigentlich Produktionskosten sparen. Ein VW-Sprecher sprach jetzt jedoch von einer aktuell sehr komplexen Situation in der Fertigung. "Der Hochlauf eines Modells ist immer eine Herausforderung", erklärte er. Man sei aber zuversichtlich, dass Volkswagen die selbst gesetzten Ziele und Termine einhalten werde.

Die große Zahl an angebotenen Modellen und die komplizierten Strukturen bei VW gelten - unabhängig von der Diesel-Affäre - als eine der größten Baustellen des Autoherstellers mit weltweit rund 600.000 Beschäftigten. Der neue Chef Matthias Müller kündigte an, Abläufe und Entscheidungsprozesse vereinfachen und dezentralisieren zu wollen. Auch ein Sparkurs soll VW wieder in die Spur bringen. Modelle wie der Nachfolger des Luxuswagens Phaeton werden nach SPIEGEL-Informationen gestrichen.

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