Samstag, 20. Juli 2019

Pressekonferenz des Volkswagen-Vorstands Volkswagen-Chef Müller plant Reise in die USA

Volkswagen-Chef Matthias Müller: Was wird er über den Stand der Ermittlungen im Abgasskandal sagen?

14.05 Uhr: Das war's. Die Pressekonferenz von Volkswagen ist beendet. Konzernchef Müller hatte sich bereits nach rund 20 Minuten aus der Veranstaltung verabschiedet, um mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und weiteren Vertretern der Wirtschaft nach China zu fliegen.

Wer die ganz großen Antworten zum Volkswagen-Abgas-Skandal erwartet hatte, wurde enttäuscht. Der Conference-Call wurde von Analysten dominiert, die sich naturgemäß mehr für Finanzkennziffern wie Gewinnentwicklung und Profitabilität interessieren.

In seinem Eingangsstatement machte Müller dennoch deutlich: Die Dieselaffäre ist derzeit das beherrschende Thema im Konzern, dem sich alles andere unterordnet und an dem sich alle Entscheidungen, die Zukunft betreffend messen lassen müssen. Einmal mehr versprach Müller vollständige Aufklärung und grundlegende Besserung im Unternehmen.

Die wichtigsten Fragen und Antworten aus der VW-Presse- und Analystenkonferenz werden wir auf manager-magazin.de in Kürze noch einmal übersichtlich und informativ zusammenstellen.

14.00 Uhr: Zum Schluss also doch noch eine kleine Neuigkeit: Ein "Financial Times"-Journalist fragt, weshalb VW-Chef Müller heute nach China reise, anstatt, was angebrachter erscheine, in die USA. Schließlich habe dort der Abgasskandal seinen Ausgang genommen, und dort drohten auch die höchsten Strafen. Antwort von Finanzchef Witter: Konzernchef Müller plant, gemeinsam mit weiteren hochrangigen Managern in die USA zu reisen. Zunächst müsste allerdings mehr Klarheit zum Stand der Dinge im Abgas-Skandal bestehen.

13.50 Uhr: Jetzt meldet sich der bekannte Autoanalyst und Experte Arndt Ellinghorst vom Beratungsunternehmen Encore zu Wort, und zwar mit einer bedenkenswerten Bemerkung: Der Vorstand spreche zwar von einer neuen, unternehmerisch geprägten Unternehmens- und Managementkultur. Anders als bei anderen Konzernen sei jedoch keiner der Topmanager von Volkswagen gleichzeitig auch Anteilseigner des Unternehmens. Worauf Ellinghorst hinaus will: Warum verfügt Volkswagen nicht über ein Aktienoptionsprogramm für die Vorstände, wie es anderswo längst üblich ist?

13.45 Uhr: Finanzchef Witter betont noch einmal, dass die Rückstellungen in Höhe von 6,7 Milliarden Euro ausschließlich für Service- und Reparaturkosten im Zusammenhang mit dem Abgas-Skandal gedacht sind, nicht für Rechtsrisiken wie mögliche Strafzahlungen oder Schadensersatzansprüche. Aufgrund der laufenden Ermittlungen könne sich der Betrag zudem noch ändern.

13.41 Uhr: Will Volkswagen teile des Konzerns verkaufen oder vielleicht gar einzeln an die Börse bringen? Interessante Frage, die ein Analyst da in den Raum stellt. Klare Antwort jedoch: So etwas ist derzeit nicht geplant.

13.35 Uhr: Das ist dann doch bemerkenswert: Vertriebsmanager Kalthoff bestätigt, was kürzlich schon berichtet wurde: Volkswagen beobachtet derzeit insgesamt noch keinerlei Auswirkungen des Abgas-Skandals auf die Bestellungen neuer Fahrzeuge, weder bei Benzinern noch bei Diesel-Autos. Alles in allem ist das eigentlich die wichtigste Nachricht für das Unternehmen - die Kunden bleiben offenbar treu, die Geschäftseinbußen könnten sich also in engen Grenzen halten.

13.28 Uhr: Nun kommen die Fragen an Witter und Kalthoff. Der erste Analyst lässt befürchten wohin die Reise geht: Es geht um die Entwicklung des Netto-Cash-Flows. Dieselgate, Ermittlungen, Rückruf und ähnliches ... Fehlanzeige.

13.18 Uhr: Und wieder spricht Finanzchef Witter. Es geht weiter um die Zahlen der ersten neun Monate ... wer bei diesem Conference-Call auf Erhellendes zum Abgas-Skandal gehofft hat, muss viel Geduld mitbringen.

13.10 Uhr: Witter übergibt das Wort an Vertriebsmanager Axel Kalthoff, der einen Überblick über die Absatzentwicklung weltweit in den verschiedenen Marken und Fahrzeugtypen gibt.

13.10 Uhr: Die finanziellen Auswirkungen des Abgas-Skandal seien für Volkswagen enorm, aber beherrschbar, sagt Witter.

13.05 Uhr: Nun gibt Finanzchef Witter ein Statement zu den am heutigen Tag veröffentlichten Geschäftsergebnissen ab. Im wesentlichen fast er zusammen, was bereits schriftlich veröffentlicht wurde.

13.00 Uhr: Die Analysten scheinen sich nicht so sehr für "Dieselgate" zu interessieren. Die Fragen drehen sich vor allem um Finanzielles und um die künftige Konzernstruktur. Ein Analyst der Deutschen Bank fragt dann doch direkt, ob die Bestellungen bei Volkswagen nach dem Abgas-Skandal tatsächlich gestiegen seien, wie Medien berichtet haben. Die Antwort gibt Müller aber nicht, der Fragesteller wird auf Vertriebsmann Axel Kalthoff verwiesen, der später sprechen soll. Gleiches gilt für die Frage, wie Volksagen sicherstellen wolle, dass die VW-Händler so gut mit den Kunden umgehen, wie der Konzern selbst das bislang getan habe.

Danach kommt noch eine kurze Frage - und schon verlässt Konzernchef Müller die Runde. Der Flieger nach China wartet.

12.50 Uhr: Müller spricht über die künftige Ausrichtung des Volkswagen-Konzerns. Nicht alles, was in der Vergangenheit strategisch beschlossen worden sei, werde nun über den Haufen geworfen, sagt er. Größe sei zwar wichtig in der Branche. Es komme aber nicht nur darauf an, 100.000 Autos mehr oder weniger zu verkaufen. Müller gehe es vielmehr um qualitatives Wachstum und Profitabilität. Das vorbereitete Statement enthält eine Reihe weiterer solcher wenig überraschender Aussagen. Jetzt kommen die Fragen der Analysten und Journalisten, das wird hoffentlich spannender.

12.40 Uhr: Müller steigt gleich mit dem Abgasskandal ein. So etwas dürfe nie wieder vorkommen, wiederholt er bereits bekannte Beteuerungen. Alles müsse komplett aufgeklärt werden. Müller sagt, betroffen seien vor allem Kunden in Nordamerika und Europa. In China seien "lediglich" 2000 Kunden betroffen. Das bedeute aber 2000 enttäuschte Kunden, so Müller. Der Vorstandschef nennt 5 Prioritäten, nach denen er den Abgasskandal aufarbeiten will:

1. Hilfe für die Kunden, deren Autos betroffen sind und für die schnellstmöglich technische Lösungen gefunden werden müssen.

2. Aufklärung der Geschehnisse, wozu auch gehöre, sicher zu stellen, dass ähnliches nicht wieder passiere.

3. Neue Struktur für den Konzern

4. Neue Mentalität für den Konzern, mit mehr Offenheit, mehr Kooperation und mehr Dezentralität.

5. Neue Ziele für die Gruppe, eine neue Strategie, die dem Wandel in der Autoindustrie gerecht wird.

12.33 Uhr: Volkswagen-Chef Müller übernimmt das Wort. Er kündigt bereits an, die Veranstaltung vorzeitig verlassen zu müssen, weil er den Flieger mit Bundeskanzlerin Angela Merkel Richtung China auf keinen Fall verpassen will.

12.30 Uhr: Start der VW-Pressekonferenz. Teilnehmer auf Seiten des Konzerns sind: Vorstandschef Matthias Müller, VW-Finanzvorstand Frank Witter und Axel Kalthoff, Leiter der Vertriebssteuerung. Geleitet wird die Telko von Oliver Larkin, Investor Relations.


Wie ist der Stand der internen Ermittlungen im Volkswagen Abgas-Skandal? Welche Fortschritte macht die Vorbereitung des riesigen Rückrufs von mehreren Millionen Fahrzeugen? Was kommt auf Volkswagen finanziell noch zu, nach dem Milliardenverlust im dritten Quartal, den das Unternehmen heute meldete, und der der erste Verlust seit mehr als 20 Jahren ist?

Diese und weitere Fragen brennen Journalisten, Analysten und einem Großteil der Öffentlichkeit auf den Nägeln. Bislang hat Volkswagen Börsen-Chart zeigen seit Bekanntwerden der umfangreichen Manipulationen an Dieselmotoren noch kaum ausführlich und detailliert über den Stand der Dinge informiert. Der heutigen Pressekonferenz des Konzerns-Vorstands kommt daher über die vorgesehene Präsentation der Ergebnisses des dritten Quartals hinaus besondere Bedeutung zu: Kunden, Investoren, Geschäftspartner und andere erwarten Antworten von Vorstandschef Matthias Müller.

Wir berichten daher live aus der Veranstaltung, die Volkswagen in Form einer Telefonkonferenz abhält. Um 12.30 Uhr geht's los.

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