Sonntag, 18. August 2019

Milliarden-Investor APG wettert gegen altes System 415 Mrd. Euro: Groß-Investor fordert Wechsel an VW-Spitze

Viele Gegner, darunter auch mit APG einer der größten Investoren der Welt. Hans Dieter Pötsch, Vorsitzender des VW-Aufsichtsrats, auf der Hauptversammlung am 22. Juni.

Der niederländische Großinvestor APG geht frontal gegen das Management des Volkswagen-Konzerns vor. Man habe gegen die Entlastung sämtlicher Vorstände und Aufsichtsräte gestimmt, ebenso wie gegen die Wiederwahl des Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Dieter Pötsch sowie der Aufsichtsrätin Annika Falkengren, teilte APG manager-magazin.de auf Anfrage mit. Der Grund seien "weiter bestehende Bedenken bezüglich der Unternehmensführung und der internen Kontrolle". Man sei "stark davon überzeugt, dass Investoren Wechsel in der Unternehmensführung von VW belohnen würden".

Das Votum von APG zeigt den enormen Vertrauensverlust der VW-Führung unter den mächtigsten Großinvestoren Europas. Die Niederländer legen nach eigenen Angaben rund 415 Mrd. Euro für verschiedene Pensionsfonds an und gelten damit als einer der größten Rentengeld-Verwalter der Welt. Sie halten sich normalerweise mit öffentlichen Aussagen zurück. Das öffentliche Votum stärkt andere Opponenten wie etwa den britischen Pensionsfonds-Berater Hermes, deren Co-Chef Hans-Christoph Hirt bereits im Vorfeld und auch auf der Hauptversammlung selbst scharfe öffentliche Kritik übte.

APG teilte manager-magazin.de auf Anfrage zudem mit, dass man für die Anträge anderer Minderheitsgesellschafter auf einen externen und unabhängigen Sonderprüfer für die Aufklärung der Diesel-Affäre gestimmt habe. Der Pensionsfonds hat wie die überwiegende Mehrzahl der Profi-Investoren schon vor der Hauptversammlung zu den einzelnen Punkten der Tagesordnung seine Stimmabgabe hinterlegt. Das Endergebnis zu den einzelnen Punkten wird später am Mittwoch bekannt gegeben.

Trotz der Prominenz und grundsätzlichen Geldmacht der Niederländer hat ihr Votum in diesem Jahr vor allem symbolischen Charakter: Die Familien Porsche und Piëch halten die Hauptversammlungsmehrheit und stützen das bestehende Spitzenmanagement. Sollte sich der Konzern aber künftig Geld für Investitionen am Finanzmarkt holen müssen, wird er möglicherweise auf Forderungen wie die von APG eingehen müssen.

Der konkrete Anteil von APG an Volkswagen ist nicht bekannt, dürfte aber bei unter 1 Prozent liegen. Die Niederländer teilten mit, man sei weiterhin in VW-Aktien und -Anleihen investiert, weil man an den "fundamentalen Wert des VW-Geschäfts" glaube.

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