Womöglich künftig nur neun Ressorts Reuters: Oliver Blume plant mit kleinerem Volkswagen-Vorstand

Noch ist Oliver Blume nicht im Amt, doch sorgt der künftige VW-Konzern-Chef bereits für Schlagzeilen. Offenbar plant der Manager, den Konzernvorstand zu verkleinern. Die Vorstandsposten für Vertrieb und Einkauf könnten wegfallen, berichtet Reuters.
Oliver Blume: Der künftige Volkswagen-Chef will den Konzernvorstand offenbar auf acht oder neun Ressorts verkleinern

Oliver Blume: Der künftige Volkswagen-Chef will den Konzernvorstand offenbar auf acht oder neun Ressorts verkleinern

Foto: Sven Hoppe / dpa

Der künftige Volkswagen-Chef Oliver Blume (54) denkt nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters über eine Verkleinerung des Konzernvorstands nach. Die unter seinem Vorgänger Herbert Diess (63) auf zwölf Mitglieder angeschwollene Unternehmensführung habe sich als zu groß und schwer zu koordinieren erwiesen, sagten mehrere mit den Überlegungen vertraute Personen Reuters. "Bei den Doppelfunktionen soll einiges überdacht werden", erläuterte einer der Insider.

Der Konzern hatte vor drei Wochen bekannt gegeben, dass Oliver Blume Diess ablösen wird. Er wird den Konzern ab Anfang September in Personalunion mit der VW-Tochter Porsche AG führen soll. Die Zahl der Vorstandsressorts könnte dem Reuters-Bericht zufolge auf acht oder neun sinken. Entschieden sei das aber noch nicht. Weder Volkswagen und Porsche noch der Hauptaktionär Porsche SE wollten dazu Stellung nehmen.

Zum Kernteam um Blume gehören Konzernkreisen zufolge nach derzeitigem Stand der Überlegungen Finanzchef Arno Antlitz, Personal- und Truck-Vorstand Gunnar Kilian, Chefjurist Manfred Döss und Thomas Schäfer, der die wichtige Markengruppe Volumen aus VW, Skoda und Seat leitet. Auch Markus Duesmann, der die Premiumgruppe mit Audi, Lamborghini, Bentley und dem Motorradhersteller Ducati leitet, gilt als gesetzt.

Vorstandsposten für Vertrieb und Einkauf wackeln

Fragezeichen stehen Reuters zufolge vor allem hinter den Ressorts von Einkaufschef Murat Aksel und Vertriebschefin Hildegard Wortmann. "Man kann hinterfragen, warum ein Einkaufsvorstand der Marke VW Pkw zusätzlich im Konzernvorstand vertreten sein muss", so einer der Insider. Das Gleiche gilt wohl für Wortmann, die neben Audi auch das Vertriebsressort des Konzerns leitet.

Der neue CEO Oliver Blume selber dürfte die Verantwortung für die Produktion im Konzernvorstand abgeben, um mehr Freiraum für seine Aufgaben an der Konzernspitze zu bekommen. Wer die Aufgabe übernehmen soll und ob sie auf Vorstandsebene angesiedelt bleibt, sei noch nicht entschieden, sagten die Insider.

Der Aufsichtsrat soll Unternehmenskreisen zufolge Ende September zu seiner nächsten regulären Sitzung zusammenkommen. Bis dahin wolle Blume sein Führungsteam beisammen haben.

Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.