Donnerstag, 23. Januar 2020

Ole Harms soll Kulturwandel bei Volkswagen vorantreiben Ein VW-Markenvorstand der etwas anderen Art

Ole Harms mischt Wolfsburgs Chefriege auf: Dieser Männerclub soll die 13 Volkswagen-Marken in die Zukunft steuern
AFP

2. Teil: Kann Harms sich gegen die PS-Lobby behaupten?

Immerhin seit acht Jahren ist er im Unternehmen. Damals kam er als Marketing-Verantwortlicher von der Beratung Capgemini zur Managementberatung Volkswagen Consulting. Begonnen hat Harms seine Karriere laut seinem Linkedin-Profil bei der damaligen BMW-Tochter Softlab, einem IT-Beratungsunternehmen.

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Diese berufliche Sozialisation unterscheidet sich durchaus von den anderen Markenvorständen, die viel mehr operative Erfahrung im klassischen Automobilbereich gesammelt haben und nicht selten Maschinenbauingenieure sind. Aber sie leiten ja heute auch Marken, die jeweils für anfassbare, PS-gewaltige Produkte stehen. Das Virtuelle und die Dienstleistung sind für viele bei Volkswagen immer noch etwas Fremdes.

Kann sich das ändern, wenn der neue Mann für die Zukunft mit ein paar Getreuen in Berlin loswerkelt? Entsteht da womöglich ein Elfenbeinturm, der mit der Wolfsburger Realität und ihren Befindlichkeiten wenig zu tun hat?

Sein Unternehmen habe nun einmal eine globale Ausrichtung, sagte Harms dazu in einem Interview mit dem Portal "Intellicar". Diesen Anspruch hat der Mutterkonzern samt seiner Mitarbeiter allerdings auch, und nicht erst seit gestern. Aber die Hauptstadt sei eben besonders attraktiv für junge Talente.

Diese sollen eigene Konzepte entwickelt, doch auch externe Start-ups könnte Moia übernehmen, sagt Harms. Die Akquisition des Fahrdienstleisters Gett war also offenbar nur der Anfang. Denn alles soll jetzt sehr schnell gehen. Bis 2025 soll die neue VW-Tochter unter den Top drei der Mobilitätsanbieter sein. Und der Moia-Chef bis dahin ein ganz normaler Markenvorstand.

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