Sonntag, 22. September 2019

Milliardenquittung für VW in den USA Audi-Fahrer dürfen 3-Liter-Dieselautos zurückgeben und kassieren Entschädigung

Audi Q7: US-Fahrer können Wagen mit 3,0-Liter-Dieselmotor zurückgeben

Neue Milliardenquittung für Volkswagen in den USA: Der Konzern muss wegen des Abgasskandals manipulierte 3,0-Liter-Dieselwagen zurückkaufen. Kunden bekommen außerdem "substanzielle Entschädigungszahlungen".

Volkswagen muss die Fahrzeuge von Tausenden Audi-Fahrern in den USA zurückkaufen. Darauf hat sich der Konzern nach monatelangem Ringen mit den Behörden geeinigt. VW habe zugestimmt, Rückkäufe für rund 20.000 3,0-Liter-Fahrzeuge mit illegaler Abgastechnik anzubieten, sagte der zuständige Richter Charles Breyer bei einer Anhörung am Dienstag in San Francisco.

Bei den restlichen Autos solle der Konzern zunächst die Chance zu einer Rückrufaktion erhalten. Sollte die technische Umrüstung scheitern, müssten diese Wagen ebenfalls zurückgekauft werden.

Auch mit den Anwälten der betroffenen Kunden wurde laut Breyer eine Einigung in wesentlichen Aspekten erzielt. Der Richter sprach von "substanziellen Entschädigungszahlungen" für die Dieselbesitzer. Einzelheiten sollten bei einer weiteren Anhörung am Donnerstag bekanntgegeben werden. Die US-Umweltbehörde EPA schätzt die Kosten der Einigung für Volkswagen auf insgesamt eine Milliarde Dollar.

Nach dem Kompromiss haben Volkswagen-Aktien am Mittwoch etwas Gas gegeben. Die Papiere stiegen um ein Prozent auf 137,60 Euro und notierten damit so hoch wie zuletzt im Mai. Das sei ein weiterer Schritt zur Überwindung des Diesel-Skandals, sagte Equinet-Analyst Tim Schuldt.

Die 2015 wegen des Skandals arg gebeutelten VW-Titel haben sich im laufenden Jahr auf dem niedrigeren Kursniveau stabilisiert. Mit einem Plus von aktuell knapp drei Prozent haben sie aber etwas weniger als der Dax mit fast sieben Prozent zugelegt. 2015 hatten die Aktien fast 30 Prozent an Wert eingebüßt.

Breyer hatte Volkswagen Börsen-Chart zeigen zuvor auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Er hatte eine Entscheidung über die von Manipulationen betroffenen insgesamt 80.000 Dieselautos des Konzerns mit 3,0-Liter-Motoren, die von der VW-Tochter Audi entwickelt wurden, immer wieder vertagt. VW musste hierfür eine Einigung mit den Klägern finden, damit dem Konzern auch hier ein Vergleich gelingt.

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