Grundstein gelegt VW-Batteriefabrik Salzgitter als Modell für fünf weitere Werke in Europa

Der Umbau der deutschen Autoindustrie vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb geht voran: Der VW-Konzern hat in Salzgitter den Grundstein für den Bau seiner ersten eigenen Batteriezellfabrik gelegt. Die "SalzGiga" soll Blaupause für fünf weitere Werke in Europa sein.
Baugrube: Die Batterie-Gigafactory von Volkswagen entsteht direkt neben dem Motorenwerk in Salzgitter

Baugrube: Die Batterie-Gigafactory von Volkswagen entsteht direkt neben dem Motorenwerk in Salzgitter

Foto: Volkswagen AG

Der Autobauer Volkswagen treibt mit der Grundsteinlegung für seine erste Batteriefabrik in Salzgitter den Umstieg auf Elektroautos voran. "Künftig nehmen wir alle relevanten Felder in die eigenen Hände und sichern uns damit einen strategischen Wettbewerbsvorteil im Rennen um die Spitze der E-Mobilität", erklärte VW-Technik-Chef Thomas Schmall  (58) am Donnerstag im Beisein von Bundeskanzler Olaf Scholz (64) und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (63). Schmall hatte sich bereits vorab im Gespräch mit manager magazin zur Elektrooffensive von VW geäußert .

Salzgitter soll Blaupause für Zellfabriken in ganz Europa sein. Bis 2030 will der Volkswagen-Konzern in Europa gemeinsam mit Partnern sechs Batteriewerke mit insgesamt 240 Gigawattstunden Leistung betreiben.

Der Wandel zur Elektromobilität lässt sich nach Auffassung der VW-Betriebsratsspitze ohne größere Jobverluste stemmen. "Dieser tiefgreifende Wandel unserer Branche muss nicht in dramatischen Brüchen enden", sagte die Chefin der Belegschaftsvertretung, Daniela Cavallo (47), während der Grundsteinlegung in Salzgitter. Während die Arbeitsplätze in klassischen Bereichen mittelfristig immer mehr abnehmen dürften, sollen an dem Standort 5000 Stellen in der Zellfertigung hinzukommen. Weltweit werden es laut Planungen von VW bis zu 20.000 Arbeitsplätze sein. Das Projekt sei "ein Paradebeispiel für ökologische wie soziale Transformation", sagte Cavallo.

Auch die Politik gibt sich zuversichtlich. Volkswagen zeige, wie die nachhaltige und klimaschonende Zukunft der Mobilität aussehen könne, erklärte Scholz. "Heute ist ein guter Tag für die Automobilindustrie in Deutschland und Europa."

Im Juli ging zudem die neue VW-Gesellschaft "PowerCo" an den Start, die das Batteriegeschäft weltweit führen soll. Gemeinsam mit Partnerfirmen soll diese bis 2030 mehr als zwanzig Milliarden Euro in den Aufbau des Geschäftsfelds investieren und über zwanzig Milliarden Euro im Jahr umsetzen.

la/Reuters, dpa
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