Freitag, 18. Oktober 2019

Auch Pötsch soll weniger bekommen VW-Manager wohl zu Bonus-Verzicht bereit

Beim Streit um Boni-Verzicht steckt der Teufel manchmal im Detail. Das gilt insbesondere für langfristig geregelte Sonderzahlungen

Volkswagen kürzt wegen der Abgaskrise die erfolgsabhängigen Bonuszahlungen für das Top-Management. Aufsichtsrat und Vorstand seien sich einig, dass angesichts der aktuellen Lage des Unternehmens ein Zeichen auch bei den Vorstandsvergütungen gesetzt werden müsse, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Insider

Derzeit würden verschiedene Modelle diskutiert und abgestimmt. In der Konsequenz würde dies zu einer deutlichen Absenkung der variablen Zahlungen führen. Das gelte rückwirkend auch für Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch, der zuvor Finanzvorstand von Volkswagen war. VW äußerte sich nicht.

Über die Höhe der geplanten Bonus-Kürzung machte der Insider keine Angaben. Konzernchef Matthias Müller soll einem Medienbericht zufolge eine 30-prozentige Kürzung angestrebt haben. Der zwischen Vorstand und Aufsichtsrat nach zähem Ringen nun erzielte Kompromiss soll in der nächsten Aufsichtsratssitzung am 22. April verabschiedet und im Geschäftsbericht am 28. April veröffentlicht werden.

Am Dienstag hatte zuvor der Vorstand über eine Senkung der Bonuszahlungen diskutiert. Dabei hatte man sich einem Insider zufolge auf Grundzüge einer Einigung verständigt. "Es liegt ein Vorschlag auf dem Tisch", sagte eine mit dem Sachverhalt vertraute Person im Anschluss an die mehrstündigen Beratungen.

Vorstandschef Müller dringt auf baldige Lösung des Streitthemas, weil er sonst einen weiteren Imageverlust für Volkswagen befürchten muss. Die VW-Arbeitnehmer müssen für 2015 auf die sonst übliche Gewinnbeteiligung verzichten. Sie erhalten stattdessen eine sogenannte Anerkennungsprämie, über deren Höhe derzeit verhandelt wird. Betriebsratschef Bernd Osterloh will erreichen, dass die Arbeitnehmer nicht alleine die Lasten durch "Dieselgate" tragen müssen und verlangt einen Beitrag des Managements.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung