Fünf-Milliarden-Plan für Volkswagen Wolfsburgfrieden - Diess und Osterloh schmieden Pakt

Haben sich geeinigt: VW-Markenchef Herbert Diess (links) und Betriebsratschef Bernd Osterloh (Archivaufnahme)

Haben sich geeinigt: VW-Markenchef Herbert Diess (links) und Betriebsratschef Bernd Osterloh (Archivaufnahme)

Foto: Peter Steffen/ dpa

Der Volkswagen-Konzern will bei seiner Kernmarke VW bis spätestens 2025 fünf bis sechs Milliarden Euro einsparen. Darauf haben sich Markenchef Herbert Diess und der Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh geeinigt, wie das manager magazin in seiner neuesten Ausgabe (Erscheinungstermin: 21. Oktober) berichtet. Diese Summe wäre höher als im 2014 aufgelegten Effizienzprogramm "Future Tracks". Der damalige Vorstandschef Martin Winterkorn war mit dem Programm gescheitert.

Der "Zukunftspakt" stehe damit kurz vor dem Abschluss, berichten Beteiligte. Es gebe allerdings noch einige offene Punkte. Der Pakt basiert auf einer Initiative der Arbeitnehmer. Sie wollen darin nicht nur die Sparziele regeln. Sie wollen auch klären, wo VW künftig welche Produkte fertigt - und in welchem Ausmaß wegfallende Aufgaben durch neue Jobs ersetzt werden können.

Diess und Osterloh gingen davon aus, dass am Ende zwischen 10.000 und 20.000 Jobs bei VW wegfallen würden, heißt es in Wolfsburg. Basis des Stellenabbaus sei die natürliche Fluktuation. Bis 2019 würden deshalb nur wenige Arbeitsplätze wegfallen, sofern das Unternehmen nicht Frühpensionierungs- oder Abfindungsprogramme auflegen würde.

Auch die Umsatzrendite der Marke werde wohl erst mit Verzögerung auf die seit Längerem versprochene Höhe steigen: Markenchef Diess peilt nach mm-Informationen für 2020 nur noch eine Umsatzrendite von 4 Prozent an. Die eigentlich angepeilten 6 Prozent seien insbesondere angesichts des hohen Investitionsbedarfs wohl erst in den Folgejahren erreichbar.

Update: Der Betriebsrat von Volkswagen bezeichnet unseren Bericht als unzutreffend. "Es gibt keine Einigung mit dem Vorstand zu einem Zukunftspakt", so dessen Generalsekretär Gunnar Kilian. Das hatte mm allerdings auch nicht behauptet. Wir schrieben lediglich von einer kurz bevorstehenden Einigung, was die Äußerungen des Betriebsrats sowie weitere Quellen zu internen Schreiben des Managements bestätigen.

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Der Pakt könnte aus Betriebsratssicht noch scheitern, "insbesondere wenn das Unternehmen nicht für bestimmte Zukunftsprodukte - wie etwa einen Einstieg in die Batteriefertigung - konkrete Zusagen macht". Anscheinend ist das Management dazu durchaus bereit. Dazu passt ein internes Schreiben von Diess, aus dem auch die Nachrichtenagentur dpa zitiert: "Kein Mitarbeiter muss den Verlust des Jobs befürchten - aber womöglich wird er künftig andere Aufgaben übernehmen."