Plattform für Autovermietung Volkswagen-Konsortium sichert sich 87 Prozent an Europcar

Mit rund 87 Prozent sichert sich ein Konsortium von VW die Mehrheit von Europcar. Doch das sind knapp drei Prozent zu wenig, um den neuen Eigentümern zu ermöglichen, die Autovermietung von der Börse zu nehmen.
Europcar gehört nun zu 87,4 Prozent einem Konsortium von VW

Europcar gehört nun zu 87,4 Prozent einem Konsortium von VW

Foto: Charles Platiau / REUTERS

Green Mobility Holding, ein Konsortium um den Autobauer Volkswagen, hat sich 87,4 Prozent am Autovermieter Europcar gesichert, indem es rund 4,4 Milliarden Aktien des Unternehmens kaufte. Das Ziel von 90 Prozent der Anteile, das es den neuen Eigentümern erlauben würde, Europcar von der Börse zu nehmen, ist damit aber noch nicht erreicht.

Die Europcar-Aktionäre haben von Donnerstag an bis zum 29. Juni eine letzte Möglichkeit, ihre Anteile an das Konsortium zu verkaufen, wie VW am Mittwoch mitteilte. Volkswagen und seine Partner, der Finanzinvestor Attestor und der niederländische Mobilitätskonzern Pon Holdings, locken die Aktionäre mit einem Aufschlag von einem Cent auf den gebotenen Preis von 50 Cent je Europcar-Aktie, wenn die Schwelle am Ende erreicht wird.

Die für den Erfolg des Übernahmeangebots nötigen 67 Prozent hatte sich das Konsortium längst gesichert. Europcar soll als Plattform für Autovermietung, Mitfahrdienste und Car-Sharing zum führenden Mobilitätsanbieter aufsteigen und damit unter anderem dem familiengeführten Konzern aus Pullach im Isartal Sixt mehr Konkurrenz machen.

Volkswagen plant Umbau zu Tech-Unternehmen

"Die geplante Transformation von Europcar in ein Tech-Unternehmen, das ein Eckpfeiler für Volkswagens zukünftige Mobilitätsplattform werden soll, wird über die nächsten Jahre hinweg große Investitionen erfordern", sagte Christian Dahlheim, Vorstandsvorsitzender Volkswagen Financial Services und Projektleiter der Europcar-Transaktion.

Der Kauf von Europcar schließt an die Umbruchspläne von Volkswagen an. Der Konzern hat sich auf einen Weg gemacht, auf dem sich auch die Zukunft vieler anderer deutscher Industriekonzerne entscheidet: Den Umbau zu einem Tech-Unternehmen. Doch Volkswagen-Chef Herbert Diess kann die Lücke zu Tesla nicht schließen. Auch seine Fehler in der Softwarestrategie verursachen zusätzliche Milliardenkosten und teils Jahre Verzögerung. Eine interne McKinsey-Analyse offenbarte das Desaster. 

mje/Reuters
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