Donnerstag, 22. August 2019

Zwei Vertraute Winterkorns im Visier USA jagen fünf ehemalige VW-Manager mit Interpol

Die US-Justiz erhöht den Druck auf Volkswagen, schreibt fünf ehemalige VW-Manager mit internationalem Haftbefehl zur Fahndung aus

Die US-Justiz hebt den Abgasskandal auf eine neue Eskalationsstufe. Die USA schreiben nun via Interpol 5 VW-Manager international zur Fahndung aus. Die angeklagten Manager können Deutschland nun nicht mehr verlassen, weil ihnen in anderen Ländern die Festnahme droht. Ein ehemaliger VW-Manager sitzt wegen des Abgasskandals bereits in den USA in Haft.

Die US-Justiz hat im Abgasskandal einem Medienbericht zufolge fünf frühere Manager und Entwickler von Volkswagen weltweit zur Fahndung ausgeschrieben. Ziel der US-Behörden ist es, die dort Angeklagten zu fassen und hinter Gitter zu bringen, wie "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR am Donnerstagabend meldeten. Darunter seien auch zwei Vertraute des früheren VW-Vorstandschefs Martin Winterkorn.

Das US-Justizministerium in Washington wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern. Den Angeklagten werden Verschwörung zum Betrug und Verstoß gegen US-Umweltvorschriften vorgeworfen.

Die Fahndung läuft demnach über die internationale Polizeiorganisation Interpol. Die fünf in den USA Angeklagten könnten Deutschland nicht mehr verlassen, weil sie in einem anderen Staat wohl festgenommen und dann möglicherweise in die Vereinigten Staaten überstellt würden. Interpol in Lyon wollte sich auf dpa-Anfrage nicht äußern.

Laut Bericht wird die Fahndung im Kreise der Verteidiger der Beschuldigten als "neue Eskalationsstufe" bezeichnet. Die USA zeigten, dass sie nach Vergleichs-, Straf- und Schadenersatzzahlungen von Volkswagen Börsen-Chart zeigen von mehr als 22 Milliarden Euro den Fall keineswegs zu den Akten legen wollten.

Ein ehemaliger VW-Manager sitzt in den USA bereits in Haft

Anfang des Jahres war ein früherer VW-Manager am Flughafen von Miami in Florida von der US-Bundespolizei FBI festgenommen worden. Er war bei VW bis März 2015 in leitender Funktion mit Umweltfragen in den USA betraut.

Im Mai hatte ein Berufungsgericht bestätigt, dass der Mann nicht auf Kaution freigelassen werden darf. Die US-Justiz befürchtet, dass er sich sonst nach Deutschland absetzen könnte, von wo ihm keine Auslieferung droht. Sein Prozess wird voraussichtlich erst im Januar 2018 beginnen. Ihm droht eine lange Haftstrafe.

Lesen Sie auch: Diese sechs VW-Manager jagt jetzt die US-JustizDer Mann ist einer von sechs amtierenden und ehemaligen Führungskräften, die die US-Justiz im Zusammenhang mit der Dieselaffäre strafrechtlich belangen will.

Der Abgasskandal von VW hatte seinen Ursprung im Herbst 2015 in den USA. Das Unternehmen hatte Abgastests bei Dieselautos manipuliert. In der Folge rutschte der Konzern in eine tiefe Krise.

Auch in Deutschland laufen strafrechtliche Ermittlungen

Die Affäre ist längst noch nicht aufgearbeitet. Auch in Deutschland laufen strafrechtliche Ermittlungen - die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt wegen des Verdachts auf Betrug gegen fast 40 Beschuldigte. Darunter sind die fünf früheren VW-Manager, die nun von der US-Justiz laut Bericht zur Fahndung ausgeschrieben wurden.

Daneben gibt es zahlreiche Klagen von Aktionären sowie zivilrechtliche Klagen von Autobesitzern, die Entschädigung von VW verlangen.

rei/la/dpa

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