Dienstag, 17. September 2019

VW-Absatz global gesunken Abgasskandal setzt VW weltweit zu - und erhöht China-Abhängigkeit

VW verkaufte im ersten Quartal weltweit 1,3 Prozent weniger Autos, im März beschleunigte sich der Absatzrückgang. Nur in China wächst die Kernmarke - und damit die Abhängigkeit von der Volksrepublik

Der VW-Abgasskandal hinterlässt tiefe Spuren in VWs Quartalsbilanz. Weltweit sinkt der Absatz, nur in China stieg er deutlich. Damit wächst Volkswagens Abhängigkeit von China - und das ist gefährlich, angesichts des rückläufigen Wirtschaftswachstums in dem Riesenland.

Volkswagen kämpft beim Absatz weiter mit den Folgen des Dieselskandals. Im März rollten rund um den Globus 543.700 Fahrzeuge der Marke mit dem VW-Logo zu den Kunden, 2,7 Prozent weniger als vor Jahresfrist, teilte der Wolfsburger Autobauer am Freitag mit.

Dabei konnte ein Absatzplus von 3,6 Prozent auf dem größten Pkw-Markt in China einen Rückgang um 10,4 Prozent in den USA und von 2 Prozent in Westeuropa nicht wettmachen.

In Brasilien schrumpften die Auslieferungen wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise sogar um mehr als 35 Prozent. Der Rückgang in Russland fiel nach hohen Einbußen in vergangenen Monaten mit minus 2 Prozent geringer aus.

Auch auf dem Heimatmarkt in Deutschland schlug die Marke VW im März weniger Autos los (minus 8,2 Prozent).

Minus 8,2 Prozent weniger VW in Deutschland verkauft

Auf Sicht eines Quartals rutschten die VW-Verkäufe weltweit um 1,3 Prozent auf 1,46 Millionen Autos ab. Davon entfielen 722.800 Autos allein auf China. Im Monat März konnte VW hier gegen den Trend 6,5 Prozent mehr Autos seiner Kernmarke verkaufen.

Damit ist VW mehr denn je vom Erfolg in der Volksrepublik abhängig, wo sich die Wolfsburger das Geschäft in einem Gemeinschaftsunternehmen mit den Chinesen teilen. Angesichts des rückläufigen Wirtschaftswachstums in China ist diese steigende Abhängigkeit nicht unproblematisch.

So fiel Chinas Wachstum im vergangenen Quartal auf 6,7 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit der Weltfinanzkrise. Viele Experten zweifeln aber die offiziellen Zahlen an, sie schätzen das Wachstum sogar auf nur noch 5 Prozent. Das Reich der Mitte konnte zuletzt im Jahr 2010 eine zweistellige Wachstumsrate ausweisen.

rei/dpa/Reuters

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung