Reaktion auf neue Weltlage Volkswagen plant zweites Werk in den USA

Konzernchef Herbert Diess plant ein zweites Werk am Standort Chattanooga. Auch eine eigene Batteriezellenfertigung und die Produktion des ID.Buzz sind Optionen.
Modell für den Neuanfang: VW-Chef Herbert Diess (rechts) kann sich den ID.Buzz gut in den USA vorstellen

Modell für den Neuanfang: VW-Chef Herbert Diess (rechts) kann sich den ID.Buzz gut in den USA vorstellen

Foto: JOHN MACDOUGALL / AFP

Der Wolfsburger Autohersteller Volkswagen will seine Aktivitäten auf dem US-Markt deutlich erweitern. Konzernchef Herbert Diess (63) plant nach Informationen des manager magazins  den Bau eines zweiten Werks in den USA. Es könnte unmittelbar neben der aktuellen Fabrik in Chattanooga entstehen, bestätigten Beteiligte. Die Kapazität in den USA könne damit auf bis zu 600.000 Fahrzeuge im Jahr erweitert werden. Zusätzlich werde auch der Bau eines Batteriezellenwerks erwogen, wahrscheinlich in der Nähe des Werks in Chattanooga.

Die neue Amerika-Offensive ist auch eine Reaktion auf neue geopolitische Lage. Der Krieg in der Ukraine schade insbesondere Europa, heißt es in Wolfsburg. Die Bedeutung einer starken Aufstellung im gesamten Rest der Welt werde entsprechend wichtiger. Um gleichzeitig die Abhängigkeit von China zu senken, will der Autohersteller das US-Geschäft stärken.

Es gebe zwar noch keine finale Entscheidung, erklären Insider. Aber Diess sei fest entschlossen zu der Offensive. Insbesondere die Kernmarke VW ist in den USA bislang nicht sonderlich erfolgreich, der Marktanteil lag im vergangenen Jahr bei 2,5 Prozent.

Diess sieht die Elektrifizierung der Modelle als Chance zum Neustart. Vor allem der gerade erst vorgestellte elektrische Van ID.Buzz biete Potenzial, die Marke VW in den USA wieder zu stärken, heißt es. Die Produktion des E-Bulli hat in diesem Jahr in Hannover begonnen. Der ID.Buzz könnte auch in Chattanooga gebaut werden, berichten Insider. Genauso werde über die Fertigung eines Pick-up-Trucks speziell für den US-Markt nachgedacht.