Volkswagen Herbert Diess' Gehalt steigt auf 10,3 Millionen Euro

Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess profitiert vom guten Jahresergebnis 2021. Rechnet man seine Rentenansprüche mit ein, steigt sein Gehalt auf mehr als zehn Millionen Euro. Die Kernmarke VW fuhr trotz der Chipkrise ein besseres Ergebnis ein.
Starkes Ergebnis, starkes Gehalt: Der Betriebsgewinn des Volkswagen-Konzerns hat sich 2021 auf rund 19,3 Milliarden Euro verdoppelt. Das lohnt sich auch für CEO Herbert Diess

Starkes Ergebnis, starkes Gehalt: Der Betriebsgewinn des Volkswagen-Konzerns hat sich 2021 auf rund 19,3 Milliarden Euro verdoppelt. Das lohnt sich auch für CEO Herbert Diess

Foto: Carsten Koall / dpa

Das deutlich verbesserte Geschäftsergebnis von Volkswagen im vergangenen Jahr hat auch das Gehalt von Konzernchef Herbert Diess (63) wieder steigen lassen. Rechnet man den aktuellen Stand der Aufwendungen für die spätere Altersversorgung ein, betrug die Vergütung des Topmanagers für 2021 insgesamt mehr als 10,3 Millionen Euro. Ohne die Rentenansprüche entfielen auf Diess immer noch knapp 8,6 Millionen Euro, wie VW am Dienstag im Geschäftsbericht angab.

Im ersten Corona-Jahr 2020 hatte der damals gesunkene Gewinn auch die Einkünfte des Vorstandschefs noch etwas geschmälert - diese waren, ohne Berücksichtigung der Versorgungsansprüche, um gut 900 000 Euro auf rund 6,1 Millionen Euro gesunken. Das hatte vor allem an einer geringeren variablen Komponente gelegen, in die unter anderem die Entwicklung der Geschäftslage im aktuellen Bezugsjahr einfließt.

Rentenansprüche steigen auf 1,7 Millionen Euro

Zu den Gehaltsbestandteilen der VW-Vorstände gehören zudem ein Bonus, der sich an den drei Vorjahren orientiert, sowie das fixe Basisgehalt plus Nebenleistungen. Oft sind die Werte zwischen zwei einzelnen Jahren nur eingeschränkt vergleichbar, weil die Auszahlung bestimmter Komponenten über mehrere Stufen und Abschläge gestaffelt sein kann. Den größten Teil von Diess' Gehalt machte für 2021 der einjährige, variable Bonus aus. Seine Rentenansprüche beliefen sich 2020 noch auf knapp 1,6 Millionen Euro, sie stiegen damit um gut 100.000 Euro.

Die Zahlen zum vergangenen Jahr hatte der Konzern bereits am vergangenen Freitagabend vorgelegt. Am Vormittag lief dazu die Pressekonferenz mit weiteren Informationen für Analysten.

Ertragswende in Südamerika, Marke VW in USA in Gewinnzone

Volkswagen hat seinen Gewinn neben Milliarden-Einsparungen und höheren Fahrzeugpreisen im vergangenen Jahr auch dank Sanierungserfolgen in einigen Regionen der Welt gesteigert. In Südamerika, wo der Autobauer wegen einer verfehlten Modellpolitik jahrelang auf keinen grünen Zweig gekommen war und viel Geld verbrannte, sei die Ertragswende gelungen, teilte Volkswagen am Dienstag zur Bilanzpräsentation 2021 mit. In Nordamerika - also den USA, Kanada und Mexiko - sei die Hauptmarke Volkswagen nach einigen Jahren wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt.

In Europa zahle sich die Elektroauto-Offensive inzwischen aus, und auf seinem größten Markt in China sei der Konzern nach wie vor profitabel und mit einem Marktanteil von 16 Prozent in einer starken Position. "Der Konzern hätte 2021 deutlich mehr Fahrzeuge verkaufen können, konnte die hohe Nachfrage aufgrund der Halbleiterknappheit aber nicht bedienen", erklärte VW. Das Betriebsergebnis der Joint-Venture-Gesellschaften in China sackte um 17 Prozent ab auf 3,0 Milliarden Euro.

VW-Kernmarke fährt trotz Chipkrise besseres Ergebnis ein

Die Kernmarke von Volkswagen hat 2021 trotz erheblicher Probleme wegen der Chipkrise ein stark verbessertes Ergebnis einfahren können. Obwohl der Autoabsatz durch den Chipmangel abrutschte, konnten die Wolfsburger ihren Gewinn im laufenden Geschäft auf rund 2,5 Milliarden Euro mehr als verfünffachen. Nach dem Ende des von Corona geprägten Jahres 2020 hatten nur 454 Millionen Euro an operativem Gewinn in der Bilanz der Kernmarke gestanden.

Der Umsatz von VW Pkw legte von etwa 71,1 Milliarden auf 76,1 Milliarden Euro zu, wie aus dem neuen Geschäftsbericht hervorgeht. Der Absatz sank hingegen von 2,8 Millionen Wagen auf 2,7 Millionen Stück. Die leichten VW-Nutzfahrzeuge aus Hannover konnten ihren Verlust von 454 Millionen Euro (2020) wieder in einen überschaubaren Betriebsgewinn von 73 Millionen Euro drehen.

Hohe Liquidität - Volkswagen schwimmt in Geld

Nach der operativen Gewinnverdopplung im vergangenen Jahr sieht sich Volkswagen in der Lage, den Umbau auch in Krisenzeiten weiter zu stemmen. Die Niedersachsen steigerten den Barmittelzufluss im Automobilgeschäft um 35 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro. Die Netto-Liquidität des Konzerns lag mit 26,7 Milliarden Euro nahezu auf Vorjahreshöhe, obwohl Volkswagen investierte und auch die Übernahme des Lkw-Bauers Navistar in diesen Zeitraum fiel.

rei/Reuters/DPA
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