Dienstag, 2. Juni 2020

Heftige Kritik für Instagram-Video "Geschmacklos" - VW bittet um Entschuldigung für Werbespot

Volkswagen-Zentrale in Wolfsburg
Swen Pförtner/dpa
Volkswagen-Zentrale in Wolfsburg

Nach heftiger Kritik an einem auf Instagram geposteten Werbespot für den neuen Golf hat sich Volkswagen für das Video entschuldigt. Die kurze Sequenz, die starke Reaktionen in den sozialen Netzwerken auslöste, zeigt einen schwarzen Mann, der von einer riesigen weißen Hand durchs Bild geschoben und anschließend in den Eingang eines Hauses geschnippt wird.

"Ganz ohne Frage: Das Video ist falsch und geschmacklos", erklärte das Unternehmen dazu am Mittwoch in Wolfsburg. Dass der Clip bei vielen Beobachtern zu Empörung und Wut führe, könne man verstehen. "Wir distanzieren uns davon und entschuldigen uns dafür. Wir werden aufklären, wie das passieren konnte - und Konsequenzen daraus ziehen."

Für einen Moment war gegen Ende des Werbefilms für das neue Golf-Modell auch eine Buchstabenfolge zu sehen, deren Einblendung das Wort "Neger" nahelegte. "Schon vor dem Hintergrund unserer eigenen Unternehmensgeschichte positioniert sich Volkswagen gegen jede Form von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung", erklärten die Wolfsburger. Auch bei Twitter war der Clip zu sehen gewesen.

Erste Entschuldigung provoziert weitere Kritik

Eine erste Entschuldigung war zuvor auf Instagram verbreitet worden. "Wie ihr euch vorstellen könnt, sind wir überrascht und schockiert, dass unsere Instagram-Story derart missverstanden werden kann", schrieb VW dort zunächst. Dies war stellenweise nochmals auf Kritik gestoßen. Ein Nutzer schrieb: "Alles also nur eingebildet und ein Missverständnis? Sorry, aber den Rassismus bilden wir uns nicht ein." VW präzisierte daraufhin seine Entschuldigung. Das Unternehmen betonte außerdem: "Viele Initiativen im Unternehmen und in unserer weltweiten Belegschaft fördern Vielfalt, Integration und eine vorurteilsfreie Zusammenarbeit."

Im März vergangenen Jahres hatte sich Volkswagen-Chef Herbert Diess bereits für eine Formulierung entschuldigt. In einer Rede vor Mitarbeitern hatte er mehrfach "Ebit macht frei" gesagt; der Begriff weckte Erinnerungen an Nazi-Deutschland, "Arbeit macht frei" stand über den Eingangstoren verschiedener nationalsozialistischer Konzentrationslager. "Ebit" ist eine Gewinngröße (Earnings before Interest and Taxes).

Volkswagen war 1937 als "Gesellschaft zur Vorbereitung des Deutschen Volkswagens mbH" von den Nazis gegründet worden, um ein günstiges Auto für die breite Masse herzustellen - den späteren Käfer.

luk, dpa

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